Die T und der Pinguin
Hi *, in Bielefeld an der Nahariya Strasse in Bielefeld befindet sich ein Postgebäude. Vor diesem Postgebäude gibt es zwei "Telefonzellen" (bzw. das, was man heute darunter versteht). Es handelt sich i. W. um zwei riot-proof Mettallsäulen, die ein Tastenfeld, einen Telefonhörer und ein Farbdisplay enthalten. Irgendjemand hat gnädigerweise noch ein Dach und einen Windschutz auf einer Seite spendiert. Als ich diese Säulen am Freitag passierte, fiel mir auf, dass eins der beiden Displays "abgestürzt" war. Es war i. W. ein Cursor und ein Windowmaker Icon (die "Büroklammer" - auf http://themes.freshmeat.net/screenshots/34398/ oben links im Bild) zu sehen. Als ich heute morgen nachsah, befand sich die Säule (bzw. das Display) immernoch in diesem Zustand. Also: wer von Euch hat auf dem ein Linux installiert? Oder anders: was kann man mit diesen Säulen sonst noch so machen? Tschö Töns -- There is no safe distance.
Also: wer von Euch hat auf dem ein Linux installiert? Oder anders: was kann man mit diesen Säulen sonst noch so machen?
Linux auf solchen Geräten ist nichts neues. Der CCC Ulm hat einst einen Bankomat der Volksbank "geknackt". Der Trick: Auf dem Intro-Bildschirm unten links ein paar Pixel kitzeln, und eine Windows Befehlszeile springt einem entgegen. Der Bankomat hat dann die restliche Nacht Schach gegen sich selbst gespielt. Allerdings hat die besagte Telefonzelle wohl keine Tastatur, was den Verdacht nahe legt, dass es sich dabei nur um eine "Betriebsstörung" handelt. Wenn du lustig bist, kannst du die Säule ja mal auseinanderschrauben, eine Tastatur dranklemmen und ein bischen was über das "Telefonzellennetz" in Erfahrung bringen. Konstantin
Hallo Konstantin, * Konstantin Schuerheck <ks@art-fx.org> [2006-02-27 14:05]:
Also: wer von Euch hat auf dem ein Linux installiert? Oder anders: was kann man mit diesen Säulen sonst noch so machen?
Linux auf solchen Geräten ist nichts neues. Der CCC Ulm hat einst einen Bankomat der Volksbank "geknackt". Der Trick: Auf dem Intro-Bildschirm unten links ein paar Pixel kitzeln, und eine Windows Befehlszeile springt einem entgegen. Der Bankomat hat dann die restliche Nacht Schach gegen sich selbst gespielt.
[...] Auf dem besagten Bankomat lief aber kein Linux ;-P Gruß Nico -- Nico Golde - JAB: nion@jabber.ccc.de | GPG: 0x73647CFF http://www.ngolde.de | http://www.muttng.org | http://grml.org Forget about that mouse with 3/4/5 buttons - gimme a keyboard with 103/104/105 keys!
Nico Golde [2006-02-27 14:50 CET]: [...]
* Konstantin Schuerheck <ks@art-fx.org> [2006-02-27 14:05]:
Linux auf solchen Geräten ist nichts neues. Der CCC Ulm hat einst einen Bankomat der Volksbank "geknackt". Der Trick: Auf dem Intro-Bildschirm unten links ein paar Pixel kitzeln, und eine Windows Befehlszeile springt einem entgegen. Der Bankomat hat dann die restliche Nacht Schach gegen sich selbst gespielt.
[...] Auf dem besagten Bankomat lief aber kein Linux ;-P
... sondern ein OS/2, welches keine Rechteverwaltung hat(te), womit jeder der Zugriff auf die Oberfläche hatte auch alle Konfigurationen auslesen konnte(Datenbankacounts von Kontobewegunsgdaten inkl der Möglichkeit der Änderungen, etc.) Aber da es sich um verantwortungsvolle Menschen handelte, haben die nur das vorhandene Schachprogramm gegen sich selbst spielen lassen. Frank. -- Frank Matthieß "Um Rekursionen zu verstehen muss man erst Rekursionen verstehen." -- Author unbekannt
Frank Matthieß schrieb:
... sondern ein OS/2, welches keine Rechteverwaltung hat(te), womit jeder der Zugriff auf die Oberfläche hatte auch alle Konfigurationen auslesen konnte(Datenbankacounts von Kontobewegunsgdaten inkl der Möglichkeit der Änderungen, etc.)
letzteres halte ich für eher unwahrscheinlich, derlei Daten liegen normalerweise nicht auf den Automaten. Ich denke man wird es eher schaffen, den Tresorinhalt in eine mitgebrachte braune Papiertüte zu entleeren, als an Kontodaten heran zu kommen. Zugriff auf die Treiber zu bekommen ist nicht soo schwierig, sich mit dem Host drüber zu verständigen, das Switchboard zu überlisten, und darüber schließlich an Kontodaten zu kommen wird bei 99% der Angreifer schon daran scheitern, daß sie längst in der Klapse sind bevor sie die Gedankengänge von 20 Jahren Cobol-Programmierung nachvollziehen können ;-) (SCNR) Andre
Andre Landwehr [2006-02-28 08:37 CET]:
Frank Matthieß schrieb:
... sondern ein OS/2, welches keine Rechteverwaltung hat(te), womit jeder der Zugriff auf die Oberfläche hatte auch alle Konfigurationen auslesen konnte(Datenbankacounts von Kontobewegunsgdaten inkl der Möglichkeit der Änderungen, etc.)
letzteres halte ich für eher unwahrscheinlich, derlei Daten liegen normalerweise nicht auf den Automaten. Ich denke man wird es eher schaffen, den Tresorinhalt in eine mitgebrachte braune Papiertüte zu entleeren, als an Kontodaten heran zu kommen. Zugriff auf die Treiber zu bekommen ist nicht soo schwierig, sich mit dem Host drüber zu verständigen, das Switchboard zu überlisten, und darüber schließlich an Kontodaten zu kommen wird bei 99% der Angreifer schon daran scheitern, daß sie längst in der Klapse sind bevor sie die Gedankengänge von 20 Jahren Cobol-Programmierung nachvollziehen können ;-) (SCNR)
Security by obscurity by COBOL. Auch nicht schlecht. Daas sagt aber rein garnichts über die Sicherheit aus. Ich schrieb ja auch nicht, das die Datenbank auf der Kiste lag, sonder die Zugangsdaten zu der Datenbank nebst Datenbankkonnektor. Oder wie soll Deiner Meinung nach der werte Kunde seine Bankgeschäfte am dem Automaten vollziehne, wenn die Automat keinen Zugriff auf die notwendigen Daten hat? Die Mensch der auf dem 21C3 berichtete, sagte ausdrücklich, das Sie nur das Computerschach angemacht haben und nichts weiter. Frank. -- Frank Matthieß "the american way of life is our heart's fear" Bitte laut lesen.
On Wednesday 01 March 2006 08:52, Frank Matthieß wrote:
Ich schrieb ja auch nicht, das die Datenbank auf der Kiste lag, sonder die Zugangsdaten zu der Datenbank nebst Datenbankkonnektor. Oder wie soll Deiner Meinung nach der werte Kunde seine Bankgeschäfte am dem Automaten vollziehne, wenn die Automat keinen Zugriff auf die notwendigen Daten hat?
Bin zwar nicht der OP, aber das ist doch ganz einfach: Der Bankautomat hat gar keine Zugangdaten fuer irgendeine Datenbank. Stellen wir uns das mal in einem Idealszenario vor (Ich hab ka, wie das in der Realitaet ist :)): Kunde steckt Karte ein. Automat liest Konto-/Kartennummer aus. Der Kunde waehlt eine Funktion, die eine Pin benoetigt aus. Der Kunde tippt seine Pin auf dem Pinpad ein. Dieses Pinpad verlassen nur verschluesselte Daten, die erst auf Serverseite wieder entschluesselt werden koennen. Das Pinpad ist so gebaut, dass der Speicher mit den Verschluesselungsdaten sich selbst irreparabel zerstoert, wenn man versucht das Gehaeuse aufzumachen. Der Server bekommt <encrypted-Pin, Konto-Nr, hebe-100-EUR-ab> und sagt ok. Wo brauche ich da Datenbankaccounts oder Aehnliches? Was ich vielleicht brauche sind Authentifizierungsdaten, dass der Server weiss, welcher Automat es ist. Diese darf ich dann aber auch nicht auf dem OS/2 oder Windows oder was auch immer speichern, wenn ich moechte, dass da irgendwas aussagekraeftig ist. Und ja, diese Pinpads gibt es in Verwendung, fragt sich nur, ob man nicht ohne aufmachen an den Schluessel kaeme :) Alex
Alexander Gretencord schrieb:
Stellen wir uns das mal in einem Idealszenario vor (Ich hab ka, wie das in der Realitaet ist :)): Kunde steckt Karte ein. Automat liest Konto-/Kartennummer aus. Der Kunde waehlt eine Funktion, die eine Pin benoetigt aus. Der Kunde tippt seine Pin auf dem Pinpad ein. Dieses Pinpad verlassen nur verschluesselte Daten, die erst auf Serverseite wieder entschluesselt werden koennen. Das Pinpad ist so gebaut, dass der Speicher mit den Verschluesselungsdaten sich selbst irreparabel zerstoert, wenn man versucht das Gehaeuse aufzumachen. Der Server bekommt <encrypted-Pin, Konto-Nr, hebe-100-EUR-ab> und sagt ok. Wo brauche ich da Datenbankaccounts oder Aehnliches? Was ich vielleicht brauche sind Authentifizierungsdaten, dass der Server weiss, welcher Automat es ist. Diese darf ich dann aber auch nicht auf dem OS/2 oder Windows oder was auch immer speichern, wenn ich moechte, dass da irgendwas aussagekraeftig ist.
Mit der Applikationsseite der Automaten hatte ich zwar wenig zu tun, als ich in der Branche arbeitete, aber so in der Art läuft das ab, ja. Wenn da irgendeine Bank Datenbankzugangsdaten drauf speichert, dann nur für irgendwelchen Convenience-Schnickschnack àla "Kunde x war schonmal an diesem Automaten und hat eine Überweisung an diese Kontonr. getätigt, dann kann man ja schonmal das gesamte Überweisungsforumlar so ausfüllen wie beim letzten Mal". Das da keine Datenbankpaßwörter draufliegen sieht man schon daran, daß ich ja auch mit der EC-Karte der Sparkasse Pusemuckel nicht nur an deren eigenen Automaten und denen aller anderen paar hundert Sparkassen in Deutschland, sondern auch an solchen der Credit Lyonnaise mitten in Paris meine 20 Euro abheben kann. Das würde ja wiederum bedeuten, daß auf sämtlichen Automaten in Europa jeweils die Datenbankpaßwörter sämtlicher Banken in Europa hinterlegt sein müßten. Dafür sind Banken zu paranoid, selbst wenn es praktisch machbar wäre. Die Pinpads beherrschen auf jeden Fall Verschlüsselung, die PIN geht noch nichtmal innerhalb des Automaten unverschlüsselt über ein Kabel. Die PIN, verbunden mit den Informationen vom Magnetstreifen der Karte und teilweise auch mit denen vom Chip auf der Karte, verbunden mit den Daten der Transaktion und nochmal zusätzlich verschlüsselt vom Automaten, geht dann an einen Hostrechner und wird von da aus, falls nötig, an die richtige Empfängerbank weitergeleitet, die dann das ok für die Transaktion gibt. Mit anderen Worten: einen Automaten zu knacken gibt dir Zugriff auf den Tresorinhalt; aber von etwaigen Servern, die du dann ansprechen kannst, wirst du nur ein NAK ernten solange du keine echte Karte mit korrekter PIN hast. Und wenn du es schaffst, eine Karte samt PIN zu fälschen, brauchst du den Automaten eh nicht mehr zu knacken um was abzuheben ;) andrel
On Wed, Mar 01, 2006 at 08:52:31AM +0100, Frank Matthieß wrote:
Ich schrieb ja auch nicht, das die Datenbank auf der Kiste lag, sonder die Zugangsdaten zu der Datenbank nebst Datenbankkonnektor. Oder wie soll Deiner Meinung nach der werte Kunde seine Bankgeschäfte am dem Automaten vollziehne, wenn die Automat keinen Zugriff auf die notwendigen Daten hat?
Der Punkt ist das wir erst seit wenigen Jahren ueberhaupt vollvernetzte Bankautomaten haben. Urspruenglich waren das Standalone applikationen. Alle notwendigen informationen waren auf der EC Karte. Dazu eine Blackbox die mit hilfe einiger schluessel und den informationen auf der Karte einen PIN Vergleich durchfuehren konnte und fertig ist die Laube. Lediglich die Umsaetze muessen dann gemeldet werden so das auch das richtige Konto belastet wird und keine "Geldvermehrung" eintritt. Da sind die Banken empfindlich da es ihr eigenes Ergebniss belastet. Mittlerweile sind die Bankomaten alle vernetzt und die Black-Box nicht mehr enthalten. Flo -- Florian Lohoff flo@rfc822.org +49-171-2280134 Heisenberg may have been here.
Florian Lohoff [2006-03-01 20:17 CET]:
On Wed, Mar 01, 2006 at 08:52:31AM +0100, Frank Matthieß wrote:
Ich schrieb ja auch nicht, das die Datenbank auf der Kiste lag, sonder die Zugangsdaten zu der Datenbank nebst Datenbankkonnektor. Oder wie soll Deiner Meinung nach der werte Kunde seine Bankgeschäfte am dem Automaten vollziehne, wenn die Automat keinen Zugriff auf die notwendigen Daten hat?
Der Punkt ist das wir erst seit wenigen Jahren ueberhaupt vollvernetzte Bankautomaten haben. Urspruenglich waren das Standalone applikationen. Alle notwendigen informationen waren auf der EC Karte. Dazu eine Blackbox die mit hilfe einiger schluessel und den informationen auf der Karte einen PIN Vergleich durchfuehren konnte und fertig ist die Laube. Lediglich die Umsaetze muessen dann gemeldet werden so das auch das richtige Konto belastet wird und keine "Geldvermehrung" eintritt. Da sind die Banken empfindlich da es ihr eigenes Ergebniss belastet.
Mittlerweile sind die Bankomaten alle vernetzt und die Black-Box nicht mehr enthalten.
Es handelte sich um einen Kontoauszugsdrucker mit Informationsterminal, und nicht um einen Geldautomaten. Also "Nur Lesebetrieb" auf der Datenbank. Die Frahe ist nur ob das hinter der Bühen wirklich differniert wird. http://www.ulm.ccc.de/old/projekte/bankomat/ Frank. -- Frank Matthieß "Spenden für die Aktion 'Rettet das ZDF': Hein Keller 10 DM, Dieter Bürgy 50 DM, Margot Honecker 10 DM, Helga Poblotzki, Zahnarztfrau 10 Kronen, Dr. Helmut Thoma 100 DM, Didi Stolte 100 DM (Quittung, bitte!), Ulrike Jokiel 100 Kalorien, Silvio Berlusconi 1.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Lire, Dr. Leo Kirch 8 DM, Peter Graf 20 Plastiktüten" -- Harald Schmidt
Frank Matthieß schrieb:
Es handelte sich um einen Kontoauszugsdrucker mit Informationsterminal, und nicht um einen Geldautomaten. Also "Nur Lesebetrieb" auf der Datenbank. Die Frahe ist nur ob das hinter der Bühen wirklich differniert wird.
ok, da liegt der Fall etwas anders, weil Kontoauszugsdrucker ja immer nur für die Bank Infos ausspucken, in der sie auch stehen. Da -könnte- es tatsächlich sein, daß jemand Mist gebaut und Datenbankpaßwörter auf der Kiste hinterlegt hat; aus den Bildern ist das einzige was ich ersehen kann, das da mal ein String mit "Datenbank-client" auftaucht. andrel
Andre Landwehr <andrel@cybernoia.de> meinte:
ok, da liegt der Fall etwas anders, [...]
Nur, um nochmal auf die Telefonsäule zurückzukommen: Inzwischen arbeitet sie wieder normal. Es ist aber eine 0800er Nummer für einen technischen Kundendienst aufgedruckt (neben einer eindeutigen Identifikationsnummer - nein offenbar keine MAC-Adresse). Vielleicht rufe ich da morgen mal an ... Tschö Töns -- There is no safe distance.
Ich meinte:
ok, da liegt der Fall etwas anders, [...]
Nur, um nochmal auf die Telefonsäule zurückzukommen: Inzwischen arbeitet sie wieder normal. Es ist aber eine 0800er Nummer für einen technischen Kundendienst aufgedruckt (neben einer eindeutigen Identifikationsnummer - nein offenbar keine MAC-Adresse).
Vielleicht rufe ich da morgen mal an ...
Als ich heute an meiner Lieblingstelefonzelle vorbeikam, traute ich meinen Augen kaum. Es begrüsste mich ein Login-Bildschirm eines (vermutlich) kdm mit Überschrift "Suse Linux 9.1". Es war ein User gelistet, dessen Login-Namen ich leider schon wieder vergessen habe (an ein Handy-Photo habe ich auch nicht gedacht). Die Störungsannahme wusste auch diesmal nichts mit meinen Fragen anzufangen ... leider. Tschö Töns -- There is no safe distance.
Teilnehmer (9)
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Alexander Gretencord
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Andre Landwehr
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conrad berhörster
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Florian Lohoff
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Frank Matthieß
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Konstantin Schuerheck
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Nico Golde
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Toens Bueker
-
toens.bueker@lists0903.nurfuerspam.neuroserve.de