Hallo, hier ein sehr interessanter Beitrag von Jan Trippler. ----- Forwarded message from Jan Trippler <Jan@lot-germany.com> ----- [...snip snip ...] - Delphi bietet zu allen _richtigen_ DBMS eine native Schnittstelle. In unserer Firma greifen wir von Delphi aus auf: INFORMIX Dynamic Server auf einer RM400 (SNI-UNIX-Server), INFORMIX Standard Engine auf einem Linux-Server, Inprise Interbase auf dem selben Linux-Server, wenn es denn sein muss auf M$-SQL-Server auf einem NT-Server zu - ohne Probleme. [... snip snip ... ] Die ODBC-Schnittstelle ist zwar von M$, kann aber jede Datenbank, die einen Treiber dafuer bietet, bedienen. Das geht sogar von VB aus. In einem vergangenen Projekt (in meiner ehemaligen Firma) haben wir auf diese Weise ein C/S-Produkt mit Informix (auf UNIX _und_ NT), SQL-Server (nur auf NT) und ADABAS-D (NT) fabriziert. ODBC-Treiber gibt es wie Sand am Meer. Ich moechte nicht falsch verstanden werden: Der obige Absatz ist ein Ergebnis meiner Sch*wut auf die reichlich unsachliche Art und Weise, mit der JBG argumentiert. Genau diese Ansichten fuehren immer wieder dazu, dass Leute, die Linux (oder UNIX im allgemeinen) favorisieren, als arrogante Technik-Freaks charakterisiert werden (das stand ja auch in einer Mail in der Liste!). WENN es denn dazu kommt, dass NT-Clients eingesetzt werden, ist Delphi mit Sicherheit die beste Wahl unter den zur Verfuegung stehenden IDEs: - Object Pascal (die Programmiersprache von Delphi) ist einfacher zu erlernen als z. B. C++ - Delphi ist wesentlich stabiler und leistungsfaehiger als VB - man gelangt schon mit wenig Arbeit zu brauchbaren Resultaten (ich habe mit meinem 13-jaehrigen Neffen in 10 Minuten einen einfachen Taschenrechner gebaut) - mit Delphi koennen relativ einfach C/S-Anwendungen erstellt werden (die Netzwerkfaehigkeiten von Delphi sind beachtlich) - Delphi bietet viele Moeglichkeiten, mit anderen Programmier- systemen (C--, Java, ...) zusammenzuarbeiten - für Delphi existieren zigtausende frei verfügbarer Komponenten im Internet. Es geht m. E. in Schulen nicht darum, Prozessoren zu emulieren (obwohl das sicher hochinteressant ist), sondern darum, anhand moeglichst einleuchtender Beispiele die Wirkungsweise von Hardware, Software (und das sind groesstenteils Anwendungen und nicht Betriebssysteme) und Netzwerken zu verstehen. Zum eigentlichen Kern Eurer Mailingliste: Mir hat die Argumentation von Bernd Kretschmer in einem Punkt zu denken gegeben: Wer, wenn nicht die Lehrer (die den Schuelern neues Wissen im IT-Bereich vermitteln sollen), soll denn bereit sein, Neues zu lernen? Die Meinung, wenn NT auf dem Tisch steht, braucht man nischt mehr zu lernen, raecht sich innerhalb kuerzester Zeit - wenn naemlich nichts mehr geht im Schulnetz. Spaetestens dann wird es (mit dem Einsatz eines Fachmanns) teuer! Also, liebe Lehrer: Egal, was Ihr da bekommt: Lernen muesst Ihr! Ich musste etwas grinsen, als ich das Argument _keiner bezahlt mir das_ las! Was, liebe Lehrer meint Ihr wohl, was man in meiner Branche nach Feierabend und am Wochenende so treibt?!? Die Akzeptanz / Ablehnung von NT / Linux (oder FreeBSD oder NetBSD oder UnixWare oder SCO oder ...): Wie entwickelt sich wohl die Akzeptanz fuer ein System, welches im Laufe der Zeit immer instabiler und langsamer wird? Das Booten einmal am Tag ist an Schulen kein Problem: Auch dann nicht, wenn dieser Vorgang mitten in einer Unterrichts- stunde stattfindet (mit 20 genervten Schuelern, die die Arbeit der letzten halben Stunde noch mal machen muessen)? - Glaubt mir: Murphy hat recht - 90% der Reboots werden in dieser Situation stattfinden! Das Problem der Administratoren: Begeisterte Schueler sind m. E. ein guter Ansatz. Der Nachschub koennte z. B. durch (gesponserte?) Schulungen in geeigneten Firmen gesichert werden. Angst vor Viren als Argument fuer NT: DAS ist ja nun wirklich der Witz des Tages! _Nicht fuer die Schule, nein - fuer das Leben lernen wir_: Es gibt (vereinzelt) schon Stellenanzeigen in Fachzeitschriften, in denen explizit Linux-Kenntnisse vorausgesetzt werden! Einen hab ich noch: In der "Computerwoche" stand kuerzlich ein Artikel mit der Ueberschrift "Siemens-Kunden besorgt": http://www.computerwoche.de/info-point/heftvorschau/detail.cfm?SID=3643 Kurz gesagt ging es um eine Veranstaltung der Siemens-Anwender- Vereinigung "SAVE". In dieser Konferenz wurde (abseits vom geplanten Thema) die Frage aufgeworfen, warum Siemens hohe Steigerungsraten im NT-Servergeschaeft plane, wenn die Firma die *erbaermliche Qualitaet* der Microsoft-Produkte beruecksichtige. Vielleicht ein gutes Mittel fuer Eure Argumentation. Einen hab ich noch: In der letzten "PC-Professionell" war ein kurzer Artikel: 20% der Kunden, die bei Siemens eine Celsius-Workstation kaufen, verlangen das alternativ zu NT angebotene Linux als Betriebssystem! Das war es jetzt aber. MFG (auch an JBG) Jan P.S.: Ich bin privat unter Jan.Trippler@t-online.de sowie unter der Telefon-Nummer 040/5344131 zu erreichen. ----- End forwarded message ----- Jan, ich wuerde dich bitten, solche mails an die Mailingliste zu CC:-en, damit alle Beteiligten was davon haben und die Ideen hier diskutiert werden koennen. Danke im voraus, uwe -- Uwe Schuerkamp, Telemedia ////////////// Phone: +49 5241 80 10 66 Carl-Bertelsmann-Str. 161 I \\\\\\\\\\ uwe.schuerkamp at telemedia.de 33311 Guetersloh \\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\ http://home.pages.de/~hoover PGP Fingerprint: 2E 13 20 22 9A 3F 63 7F 67 6F E9 B1 A8 36 A4 61
Teilnehmer (2)
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Andre Landwehr
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Uwe Schuerkamp