Hallo Tuxe , nachfolgend kurz das Wichtigste über das Lugravtreffen am 21. 10. im Heimathaus Steinhagen: 1) Da wieder einmal einige neue Gäste zu begrüßen waren, gab es die obligatorische Vorstellungsrunde. Auch eine Dame aus der neu gegründeten LUG Rheda-Wiedenbrück war anwesend. Damit gibt es Usergruppen in Bielefeld, Gütersloh, Paderborn, Halle und Umland und seit neuem auch in Herford. Peter konnte von einer Installparty dort berichten, die , von Eric Bachman organisiert, einen Kreis Linuxinteressierter ansprechen konnte und darüber hinaus Kontakte ermöglichte, die uns als Lugrav u. U. langfristig bei der Suche nach einem dauerhaften Domizil weiterhelfen könnte. 2) Danach wurden, einem Vorschlag eines früheren Treffens folgend, Fragen gesammelt, die sich aus der täglichen Arbeit der Teilnehmer ergeben hatten. Auf die Fragen ( und Antworten ) gehe ich kurz unten noch weiter ein. 3) Beim letzten Mal hatten wir uns in der alten Dorfschule in Brockhagen getroffen. Dabei wurde auch der Versuch unternommen, per WLAN auf den DSL-Anschluss von Gerhard Genuit zuzugreifen. Dies klappte bisher leider nicht, möglicherweise handelt es sich um ein Hardware/Treiberproblem. Um für das nächste Treffen in 14 Tagen an gleichem Ort zu einer pragmatischen Lösung zu kommen, soll versucht werden, 2 WLAN-Karten zu beschaffen. Als Alternative wurde auch die "konventionelle" Lösung zur Sprache gebracht, einen Kabelanschluss in die Wohnung von Gerhard herzustellen, der nur etwa 50 m von der alten Dorfschule entfernt wohnt. Beim nächsten Treffen in der alten Dorfschule in 14 Tagen soll es um Roxen gehen oder, falls der Referent kurzfristig verhindert ist, u. a. um den Einstieg in Perl. 4) Cord Beermann konnte am Donnerstag dabeisein und über sein Kartenprojekt berichten. Bereits vor einiger Zeit hat er auf einen Web-of-Trust-Server aufgebaut, der zeigen soll, wer in der Region pgp-Schlüssel erzeugt und wessen Schlüssel er signiert hat. Nun möchte Cord einen räumlichen Überblick über die Lug-Mitglieder in der Region verschaffen und hat daher auf der Lug-OWL-Liste darum gebeten, die Geokoordinaten des eigenen Wohnortes einzugeben. Unter www.lug-owl.de/Maps liegt ein Webformular bereit, in das man seine Mailaddresse eintragen kann. Wer die übrigen Felder ausfüllen möchte, muss sein Passwort eintragen und hat dann auch die Möglichkeit, seine Geokoordinaten, seine PGP-Key-Id usw. einzutragen ( Hinweise, wie man an die Informationen kommt, finden sich auch auf der Seite ). Mit u. a. Perl hat Cord dann mehrere Karten von der Welt hinunter bis zu den "Lug-Städten" in OWL angefügt, die zeigen, wer wo wohnt und wer wessen Key bereits signiert hat. Einen Abdruck einer solchen Karte konnte man sich am Donnerstag bereits ansehen. Eine Hauptschwierigkeit bei der Realisierung der Übersicht über die Lug-Mitglieder war wohl der Erwerb einer copyrightfreien Karte. Cord wies darauf hin, dass das Einmessen der Karte, also das Erfassen der Grenzpunkte und das anschließende korrekte Mapping der Einzelkoordinaten in diesen Karten alles andere als trivial sei. Abschließend wies Cord auf Anfrage darauf hin, dass und warum er als Mailinglistenadmin manchmal sich gezwungen sehe, einzelne Leute von der Liste zu werfen. Dies könne dann vorkommen, wenn durch kettenhaftes Forwarding der Mails von Subskribenten über mehrere Stationen, etwa auch Freemailer, hinweg es dann zu einem Bounce an z. B. der 4. oder 5. Stelle komme und er, Cord, dann in oft mühsamer Kleinarbeit die Wege der Mails nachverfolgen müsse, da die Automatismen der Listensoftware Mailman damit natürlich überfordert seien. 5) Anschließend begann der thematische Hauptteil des Abends, die Einführung in die Textkonsole , konkret in Befehle zur Navigation im Dateisystem. Achim hatte hierzu einige Beispiele vorbereitet. Da Beamer und Laptops zur Verfügung standen, konnte er die Kommandos gleich "live" in Aktion zeigen. a) Der Befehl df zeigt den freien Speicherplatz auf der Platte. Er folgt in seiner Namensgebung und Funktion der Unixtradition, für ganz umrissene Aufgaben hochspezialisierte Tools mit kurzem Namen zur Verfügung zu stellen. b) Mit dem Befehl du ( disk usage ) kann man sich ansehen, wieviel Speicherplatz Programme in dem Verzeichnis belegen, in dem man sich gerade befindet. c) Als Anfänger, aber auch ganz nachhaltig später ist man auf das Kommando man <Befehl> angewiesen, um sich einen Überblick über die meist große Fülle an Optionen zu verschaffen und nachzusehen, wie was zu bewerkstelligen ist. d)Danach ging Achim kurz auf das Kommando date zur Anzeige von aktuellem Datum und Tageszeit ein. e)Am Beispiel des Befehls echo zeigte Achim, wie zum Einen eine Texteingabe, dem Namen des Kommandos entsprechend, auf der Konsole wiederholt, z. a. aber auch mit dem Umlenkungsoperator > in eine Datei geschrieben bzw. mit >> an eine Datei angehängt werden kann. f) Die so entstandenen Dateien konnten dann mit cat angesehen werden. Achim ging auch auf die angenehme Kommando- und Dateicompletion ein, die über die Tab-Taste zur Verfügung steht. g) Weiter kam der Befehl mkdir zum Anlegen von Verzeichnissen zur Sprache. h) Das Kommando ls erlaubt die Darstellung der Einträge in einem Verzeichnis. Es verfügt über eine Fülle an Optionen, etwa -a zur Darstellung aller Einträge, -l zur Langdarstellung der Einträge, -t zur Darstellung nach Zeitstempel ( und nicht alfabetisch ) , -r zur Umkehr des gewählten Sortierprinzips und die Möglichkeit, verschiedene Optionen über ein - zu kombinieren ( etwa -rtl: Stelle Einträge ausführlich nach Zeitstempel dar, die ältesten zuerst ). Natürlich erwähnte Achim auch die Bedeutung der Rechtedarstellung von Dateien und Verzeichnissen in der -l-Form. i) Möchte man in ein anderes Verzeichnis wechseln, so kommt der Befehl cd ( change directory ) zum Einsatz. Für die praktische Arbeit interessant sind dabei die "Verzeichnisse" .. ( Mutterverzeichnis ) oder auch - ( letztes Verzeichnis, in dem ich mich befunden habe ). j) Das Löschen eines Verzeichnisses ist mit rmdir ( remove directory ) möglich, sofern die Rechte für das Verzeichnis mir dies erlauben und das Verzeichnis leer ist. k) Das Löschen von Dateien ist mit rm möglich. Hier wurde sowohl auf die Möglichkeiten des rekursiven Löschens von Dateibäumen als auch auf die Option -i ( interrogate ) verwiesen, um vor dem Löschen noch einmal nachzufragen. Man kann auch mittels eines Alias dafür sorgen, dass rm immer rm -i heißen soll. l) Das Kopieren von Dateien geschieht mit cp ( copy ), auch hier gibt es Optionen wie etwa -p ( preserve ) für das Beibehalten der Dateicharakteristika, etwa auch des Zeitstempels, oder auch -i, der Nachfrage vor dem Überschreiben einer ggf. bereits vorhandenen Datei. m) Mit dem Befehl mv kann ich eine Datei umbenennen. Die Behauptung , mv <quelldatei> </nichtVorhandenesVerzeichnis/> zerstöre quelldatei, erwies sich ( zum Glück für viele Anwender ) als falsch. 6) Im Weiteren ging es dann um die Beantwortung einiger Fragen. Kann man auf seinem Rechner Umlaute nicht richtig darstellen, muss in der XF86config der richtige Tastaturtyp ausgewählt werden. Als Sprache muss de ausgewählt werden, als PC-Typ 105, außerdem muss die Option nodeadkeys gesetzt sein. Die Editierung der entsprechenden Config-Datei ist tricky, hier gibt es entsprechende, in aller Regel distributionsabhängige Tools, die , heute meist grafisch und auch interaktiv, das direkte "Anfassen" der Konfigurationsdatei unnötig machen. Eine weitere der eingangs gestellten Fragen war, wie man den Start in eine Grafikumgebung vermeiden könne ( wenn man etwa zunächst die Textkonsole sehen möchte ). Bei Debian kann man etwa gdm oder kdm mit apt-get remove löschen und so das Starten von Gnome respektive KDE zum Bootzeitpunkt verhindern. Die Möglichkeit, in den init-Skripts den Startrunlevel zu ändern, führt zwar auch zum Ziel, aber auch nach Auffassung Einzelner zu schwer überschaubaren Folgeproblemen. Eine weitere Frage betraf die Konfiguration eines Netzwerkdruckers mit Cups aus einer grafischen Oberfläche heraus. Grundsätzlich ist dies nur root möglich, sollte es Einschränkungen geben, eine grafische Oberfläche als root zu starten, so muss man sich über su entsprechend dazu machen. In aller Regel weist die Cups-Doku aus, welche Treiber auszuwählen sind. Weiter ging es um die Möglichkeit, den Rechner als normaler User herunterzufahren. Üblicherweise ist etwa die Ausführung von shutdown ja root vorbehalten. Hier gibt es die Möglichkeit, sich mittels sudo kurzzeitig root-Rechte zu verschaffen, oder aber man kann eine Gruppe kreieren, die shutdown ausführen darf, und sich selbst als user zum Mitglied dieser Gruppe machen, oder aber man kann natürlich auch ( als root ) die Rechte für den entsprechenden Befehl grundsätzlich ändern. Dies sind selbstverständlich ganz grundsätzliche Möglichkeiten, die sich generell ergeben. Eine weitere Frage bezog sich auf das Verhindern des automatischen Hineinbootens des Rechners in ein bestimmtes Betriebssystem ohne vorherige explizite Nachfrage und Abwarten der Antwort. Üblicherweise kann man beim lilo etwa über den Timeout einstellen, nach welcher Zeit der Rechner auch ohne Auswahl hochfährt. In der config-File kann man für lilo durch Einfügen von prompt an entsprechender Stelle ( manpage wurde am Do. kurz gezeigt ) eine Eingabe zum Bootzeitpunkt erzwingen. 7)In einem kurzen Vortrag erläuterte Peter die besonderen Vorteile der Textkonsole. Er wies darauf hin, dass die Kombination der genannten und vieler anderer Befehle , sei es einzeln oder zu einer Datei zusammengefasst, für die Systemadministration von größtem Wert sei. Die Möglichkeiten grafischer Oberflächen seien hier deutlich eingeschränkt. Einer der großen Vorteilen von Linux ( und auch anderen Unices ) sei nun einmal die Möglichkeit, mittels einfacher, hochspezialisierter Kommandos administrierend in ein System einzugreifen. Möglichkeiten hierzu böten Shells, von denen es verschiedene gebe. Eine der ältesten sei die Bourne-Shell. Über verschiedene Unixsysteme weit verbreitet sei die Korn-Shell, die eine etwas einfachere Syntax im Vergleich zur Bourne-Shell habe und deren Dateien mit der "Shebang"-Zeile ( Ausdruck nicht von Peter benutzt ) #!/bin/sh beginne. Eine weitere Shellvariante sei die C-Shell, die in ihrer Syntax an C erinnere. Sie habe die Command Completion neu eingeführt. Heute weit verbreitet sei die bash, für Bourne-Again-Shell. Weitere Shells seien pysh, scsh und sash ( für system administrator's shell ). Insbesondere sash könne für Notfälle unverzichtbar sein, wenn man nicht mehr über dynamisch ladbare Libraries verfüge. Für Installationszwecke habe es früher die ash gegeben , die Almquist-shell. Abschließend wies Peter auf den rasant gewachsenen Befehlsvorrat moderner Linuxdistributionen hin und verglich ihn mit der Entwicklung im Windows-Bereich: So komme etwa NT mit etwas mehr als 300 Befehlen aus, während man bei einer Standard-Suse-Distribution etwa 1500 Befehle finde, bei Skolelinux etwa 2000 und bei der Linuxtag-Knoppix-DVD etwa 4700! Man könne sich mit dem großen gemeinsamen Befehlsvorrat verschiedener Distributionen trösten, daneben gebe es selbstverständlich noch Spezifika. Außerdem gelte die bekannte Regel, dass man 80% seiner Arbeit mit etwa 20% des Umfangs der verwendeten Software erledige. Dies das Wichtigste vom letzten Treffen! Fragen und Kommentare sind wie immer erwünscht! Bis bald, Gruß! Ulrich Rieke
Teilnehmer (9)
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Achim Kohlwey (-frso)
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Cord Beermann
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Dirk Dettmann
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Jan-Benedict Glaw
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Martin Baehr
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Martin Bähr
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Peter Voigt
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Sonngrit Fürter
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Ulrich Rieke