Protokoll Donnerstag 13.1.2005
Am 13.1.2005 traf sich die LUG-Ravensberg im Heimathaus Steinhagen gegen 19:00 Uhr. Drei der Anwesenden (Volker Güth, Patrick Willam, Fran k Matthieß) waren auf dem 21C3[1] der jährlich vom Chaos Computer Club e.V. (CCC)[2] veranstaltet wird. [1] http://www.ccc.de/congress/2004/index.de.html [2] http://www.ccc.de Volker breichtete als ersten über den schlechtesten Vortrag("Automated Hacking via Google"[3]) den er jemals gesehen hatte, der der Refernent augenscheinlich hoffnunglos mit dem Vortrag überfordert war. Volker hatte den Eindruck, das der Refernent _sehr_ schlecht vorbereitet war. Aber es gab viele Lichtblicke bei den Vorträgen und Vortragenden. Einer der Highlights ist "Trusted Computing, Eine unendliche Geschichte"[4] von Rüdiger Weiß und Andreas Bogk in der neben dem intressanten Thema die beiden Referenten ihr Publikum zu begeistern wissen. "...die üblichen Three-letter Organisationen NSA, CIA, SAP und CCC...." (Rüdiger Weis) "Die brauchen doch nicht zu glauben bessere Menschen zu sein, nur weil sie eine Maus mit einer Taste benutzen!" (Rüdiger Weis) Rüdiger berichtet in dem Zusammenhang auch immer wieder über den letzten Stand der Kryptografie, von Stärken und vor allem der Schwächen. Letztes Jahr habt Rüdiger auf die Unsicherheit von 1024-Bit RSA Schlüsseln aufmerklsam gemacht[5], um dieses mal eindringlich auf die Schwächen der Hash-Algorithmen MD5 und SHA1 aufmerksam zu machen. Schwächen heißt in diesem Zusammenhang, das entdeckt worden ist, wie ein verschiedener Inhalt den gleichen Hashwert ergibt. Die praktische Auswirkung ist, das signierte Mails(GnuPG, S/MIME), die die o.g. Verfahren nutzen, kritsch betrachet werden müssen. Beide Referneten haben die Entwickler von Software mit kryptografischen Komponenten aufgefordert nur noch SHA256 zu verwenden. In der Praxis spilen diese Schwächen (noch) keine Rolle. [3] http://www.ccc.de/congress/2004/fahrplan/event/113.de.html [4] http://www.ccc.de/congress/2004/fahrplan/event/64.de.html [5] http://www.ccc.de/congress/2003/fahrplan/event/546.de.html Volker berichtete über den Vortrag "Old Skewl Hacking: Infra Red. MMIrDA (Major Malfunction's Infra Red Discovery Application"[6], in dem der Referent von seinen Ergebnissen in der freien Wildbahn, sprich Hotelumgebungen und Garagensteuerungen berichtete. Das Ergebnis kann als erschreckend bezeichnet werden, da es keine Sicherung des IrDA-basierenden Hotel-Managmentsysstem gibt. Mit den Infrarot-Systemen werden in Hotel ebend nicht nur TV-Geräte ferngesteuert, sondern auch die Logistik abgewickelt: * Auftragsvergabe für Zimmerreinigeungen, * Auffüllen von Minibars, * Abrechnen von Minibars, * Pay-TV Abrechnung * Pay-TV Steuerung für alle Zimmer Da der Refernet beruflich bedingt viel Zeit in Hotels verbringt, war die Motivation entsprechended hoch, sich mit dem System zu beschäftigen. Auch die Steuerungen von Garagentoren ist ähnlich "gesichert" neben den schnell durchprobierten 256 Möglichkeiten gibt es wohl einen geheimen Herstellerschlüssel. Das Fazit unserer Runde war auch in diesem Fall: Denn sie wissen icht was sie tun! [6] http://www.ccc.de/congress/2004/fahrplan/event/125.de.html Leider war das ein eher harloser Fall von Fehlkonstruktion. Der Vortrag "Sicherheitsanalyse von IT-Großprojekten der öffentlichen Hand. Untersuchung eines Austauschsystems für hochsensible personenbezogene Daten"[7]. Das Fazit von Volker der diesen Vortrag über das Projekt "Gesundheitskarte" gehört hat ist: "Die einzige Sicherung ist ISDN-Callback". Die elektronisch durch Verschlüsselung gesicherte Patientenakte bietet faktisch keine nennenswerte Verschlüsselung. Das verwendete Verfahren sieht einen 128 Bit-Schlüssel vor. Leider sind große Teile des Schlüssel durch feste Vorgaben, die leicht zu erraten sind, belegt. Laut Volker bleiben ca 2-3 Bit für einen zufälligen Schlüssel übrig. Der Referebnt hat das Projekt als Totalschaden bezeichnet, bei dem sinnvollerweise bei Null angefangen werden müßte um zu einem Verfahren zu kommen, das den geltenden Datenschutzrichtlinien gerecht wird. Im Projekt wird ausdrücklich darauf hingewiesen, das Virenschutz, Firewalls und gehärtete Betriebsysteme für den Schutz der Daten nicht notwendig sei, da ja die Verschlüsselung für hinreichende Sicherit sorgen würde. "Denn Sie wissen nicht was tun! Oder doch?" In unserer Runde kam das Gespräch darauf, dass mit dieser Art von Sicherheit ich ganz einfach Leib und Leben von Menschen in Gefahr bringen lassen, in dem bei einer Patientenakte eine Allergie rausmanipuliert wird. Die Folgen so einer Manipulation sind vorhersehrbar. Es gaht hier also nicht nur um das Geheule der "Spinner mit dem Datenschutz" sondern um handfeste Risiken. Auch die Kosteneinsparungen über die Vermeidung von doppelten Untersuchungen stoßen an ihre konzeptionellen (ISDN)Grenzen. Bei der Bereitstellung von hochauflösenden Röntegnbildern soll das große Datenvolumen über das verlustbehaftete Bildkompressionsverfahren JPEG in den Griff bekommen werden. Da der Mediziner aber auf die Details der hochauflösenden Bilder angeweisen ist, stellt sich hier die Frage ob die übertragenen Bilder für eine Diagnose noch verwendbar sind. Desweiteren ergibt sich das Problem, das diese Datenmengen über einen max 15kBytes/Sekunde großen Datenkanal gehen sollen. Wir hzaben in der Runde gewitzelt, das die zukünftigen Patienten auf morgen vertröstet werden, da die ISDN Leitung erst dann wieder frei ist. Auch die Absicherung der Schlüssel über Smartcards stellt sich im Nachhinein als schlechter Witz heraus. Die Schlüssel der Patienten und Ärtztekarten werden von der Karte auf den jeweiligen Praxis-PC transferiert. Das bedeutet, das der Schlüssel, der recht sicher in der Karte aufbewahrt wird, über einen offenen Kanal in eine ungesicherte Umgebung kopiert wird(Windows PC). Die Verifikation der Echtheit der Karte scheint ein simples "Bist Du echt?" zu sein, was einfach mit "Ja!" zu beantworten ist. Auch hier sind möglichen Manipulation Tür und Tor geöffnet. [7] http://www.ccc.de/congress/2004/fahrplan/event/307.de.html Volker und Frank berichteten von der/einer Kultveranstaltung: "Security Nightmares 2005. Oder: worüber wir nächstes Jahr lachen werden"[8] Traditionell wird das von Ron und Frank Rieger moderiert, die man als "alte Hasen" bezeichnen kann. Diesmal allerding begann Ron damit anzumerken, das seine Stimme angeschlagen sei, da er den ganzen Tag am Abuse-Telefon Rede und Anwort stehen musste, da wieder einmal ein Hack die Gemüter von ca. 18.000 Hostingkunden zu beruhigen. Der Hack lief nach seiner Information wie folgt ab. Durch eine fehlerhafte Konfiguration der Hostingsysteme sind Hacker an eine MySQL Datenbank gekomne, die die Authenifizierungsdaten von 18.000 Hostingkunden enthielt. Nun hatten die Hacker nicht besseres zu tun als ein Script zu bauen, das die vorhandene index.html umbenennt und eine "neue Version" einspielt". Die "neue Version" machte auf den 21C3 "aufmerksam". In der folgenden Darstellung und anschließenden Diskussion wurde ernsthaft nach dem Sinn diser Aktion gefragt, das es viele einfach Kunden und Gewerbetreibende getroffen hat. "Was hat das jetzt gebracht?" Das die Hacke aus dem Umfeld des CCC zu soetwas in der Lage sind, ist landläufig bekannt und gefürchtet. Wozu dann nochmal in _der_ Qualität zuschlagen. Frank Rieger merke noch an, dass das Gespräch mit dem LKA diesmal in sehr entspannter Atmosphäre stattfand, da die Beamten bereits CCC-erfahren waren. Da das Thema "weggekommenen Datenbanken" nun auf dem Tisch war, begann die eigentliche Veranstalltung. Ron und Frank konnten sich nur in aller Form für den sehr peinlichen Vorfall[9] entschuldigen, bei dem die Registrationsdaten vom Sommercamp 2003 "abhanden" kamen. [8] http://www.ccc.de/congress/2004/fahrplan/event/95.de.html [9] http://www.heise.de/newsticker/meldung/53748 https://www.ccc.de/updates/2004/camp-server-hack?language=de Neben der sehr unterhaltsamen Art das zuende gehende Jahr anhand der letzen "Security Nightmares" Revue passieren zu lassen und die Dinge herauszuarbeiten die "letzte Jahr vergessen worden sind" ist die Sicht in die Zukunft, "worüber wir nächstes Jahr lachen werden" eine lohenswerte Veranstaltung. Aus dem Publikum, welches sich in allen Phasen aktiv beteiligt, kamen zwei Breicht über Sicherheitproblem die zu allgemeinen Erheitung beigetragen haben: 1. Informative Bankomaten[10]. Durch einen Scriptfehler ist ein Fenster mit Eingabeaufforderung offengeblieben ;-) Da diese neuen Infoterminal alle mit einer Tastatur ausgestatten sind, war "happy hacking" angesagt. Der Hacker merkte nur an, das es sehr unangenehm sei, dabei gefilmt zu werden! Da die Kisten nun "offen" waren, haben die Freunde der Tastatur die vorhandenen Schachprogramme gestartet, wobeio der Computer gegen sich selbst spielte ;-) [10] http://www.ulm.ccc.de/projekte/bankomat/ 2. Der zweite Hacker berichtete über Internetterminals die in seiner Region recht verbreitet sein und über Touchscreen verfügen. Da es sich um einen Internet Explorer handelte liegt wohl ein Windows zugrunde ;-). Nun hat der Gute auf seiner Homepage eine Seite mit einem IE/Windows Exploit ausgestattet, um diese Seite dan mit den Internetterminal "anzusurfen". Auf diese Wesie hat er sich Zugang zum drunterliegenden Windows verschafft. Nun konnte er mit dem Windowsoftwarekeyboard(für Touchscreenbenutzer eine Möglichkeit der alphanumerishen Eingabe) diverse nützliche Informationen herausholen. Als Erstes hat er sich die Registry mit Regedit angetan und die Benutzerdaten für die Sybase Datenbankanbindung ausgespäht. In der Folge zeige sich das es sich um eine Windowsdomäne handelt. Unser Freund hat mal eine Anmeldung als "Administrator" in der Domäne ausprobiert und das Datenbankpassowrt verwendet. Schwups, drin! Ron, der Moderator sprach von soetwas wie einen Lottogewinn. Auch die Fernwartung via VNC ist passwort gesichert, und auch hier hat Faulheit über Sicherheit gesiegt. Auch hier handelte es sich um das selbe Passwort. Der Hackerkollege wurde aufgefordert, das ganze in der Datenschleuder[11] zu veröffentlichen. [11] http://ds.ccc.de/?language=de Frank berichtete über zwei Vorträge die wieder eine Anonymisierung der Internetnutzung möglich machen. "Anonymous communications"[12] und "TOR. An anonymizing overlay network for TCP"[13]. Der erste Vortrag beschreibt die Lage der anonymen Kommunikation in der Vergangenheit und heute um daraus die Voraussetzugnen für eine zukünftige Architektur abzuleiten. Nach der allgemeinen Betrachtung wurde das Mixminion Projekt[14] als aktuelle Antwort auf die Anforderungen vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Mailsystem mit hoher Latenz. Das Konzept sieht nicht nur die Möglichkeit des anonymen Sendens, sondern auch das anonyme Empfangen von Mails vor. Der zweite Vortrag stelle TOR[15] vor, in dem Konzept verwirklicht werden, die eine Anonymisierung von IP-Verkehr ermöglicht. Mit TOR können anonyme Kommunikationkanäle aufgebaut werden. Auch der Betrieb eines anonymen Server ist möglich. In der Runde kam die Frage auf, wofür mensch das braucht und ob nicht der Mißbrauch durch Kinderpronehändler, Terroristen und andere zwieleichtige Zeitgenossen gegen den Einsatz solcher Systeme spricht. Dem wurde das Recht auf freie Meinungsäußerung entgegen gehalten, das in machen Ländern nicht ohne Konsequenzen ausgeübt werden kann. Die Frage blieb letzlich offen, da damit auch leicht ein ganzer Abend in Anspruch genommen werden kann. [12] http://www.ccc.de/congress/2004/fahrplan/event/100.de.html [13] http://www.ccc.de/congress/2004/fahrplan/event/183.de.html [14] http://www.mixminion.net/ [15] http://tor.eff.org/ Patrick berichtete darüber das auf der Heimfahrt mit Kurt, Peter Palfrader und Florian Reitmeir über einen SSH-Keyserver diskutiert wurde, der es ermöglicht die Serverkeys mit einenn eigen Schlüssel zu signieren, um ein "Web of Trust" für SSH-Serverkeys auszubauen. Damit besteht die Möglichkeit über Vertrauensketten von Signaturen die Echtheit eines fremden SSH-Serverkeys festzustellen. Volker hatte sich einen Vortrag eines Reakreurs aus USA angetan, in dem er über die Menschrechtsverletzungen in seinem Land berichtete. Er forderte das Amerikanische Staatsbürger bei der Einreise im Ausland genauso behandelt werden, wie Ausländer bei der Einreise in den USA. Er kein kein Zweifel daran, dass das Vorgehen der US-Administration falsch ist. Sein Bericht bezog sich auf eine angemeldete "Anti-Bush" Demo, die von Polizeikräften in eine Nebenstraße angedrängt wurde, um dann anschließend Verhaftungen vorzunemehen die unter Einsatz von rabiaten Methoden vorgenommen wurden. Das Ganze ist auf seiner mitlaufenden Kamera dokumentiert, die offensichtlich unauffällig genug war. Der Referent machte nochmal auf die große Sammelwut von Personaldaten in den USA aufmerksam, die auch gegen US-Recht verstoßen. Bisher hat das a'illegale Vorgehen der Administration offensichtlich keine Konsequenzen. Der Referent führte aus, das die genutzten Biometriescanner einfach auszutricksen sind. Das einzige Verfahren, welches ein hohes Maß an Sicherheit biete ist der Augeniris-Scan. Der Augeniris-Scan kommt alledings nicht zur Anwendung, da es sich hier um ein patentiertes Verfahren handelt, was wohl für den breiten Einsatz zu teuer ist. Thomas Scholz brachte nochmal das Thema der Teilebeschaffung für den Selbstbaubeamer auf. Er beobachtet diverse Aktuionen auf ebay, musste jedoch feststellen das die Preise in dieser Zeit durchweg unakzeptable sind. Er stellte fest, das er jeweils für das Display und den Tageslichtprojektor ca. 100 EUR aufwenden möchte. Sollte in dieser Preisregion eine Auktion laufen, dann wird er bis zu dieser Grenze mitbieten. In der Frage und Antwortrunde wurden neben allgemeinen und eher unüblichen Themen der professionelle Einsatz von Openoffice.org im harten Büroeinsatz angesprochen. In der großen Runde wurden die Möglichkeiten und Probleme eine Büroeinsatzes von OOo diskutiert. Frank Tiemann fragte nach Referenzkunden, die OOo schon im Einsatz haben. Das konnte in der Runde aber nicht beantwortet werden. Frank Matthieß gab den Hinweis, doch mal bei Openoffice.org oder Sun nachzufragen. Der Import von M$-Officedokumenten gestaltet sich schwierig, wenn die Quelldokumente "unsauber" formatiert seien: * fehlerhafte Formeln in Exceltabellen * Bilder * Einrückungen mit Tabs die OOo anders voreingestellt sind * Textrahmen Patrick machte darauf aufmerksam, das die Previes von OOo 2.0 in dem Bereich viel besser funktionieren würden als die aktuelle stabile Version. Desweiteren verwendet die OOo 2.0 ein neuse Dokumentenformat, welches auf den Standard OASIS[16] basiert. Der Standard stehr vor der Ferstigstellung. Dabei hat es einige Änderungen im XML-internen Bereich gegeben. Zu einen Namensänderungen von Werten und eine Änderung des MIME-Typ des Dokuments umd die neuen Dokumente unterscheinden zu können. [16] http://www.oasis-open.org/committees/tc_home.php?wg_abbrev=office Das nächste Treffen findet wieder im Heimathaus Steinhagen am 27.1.2005 um 199:00 Uhr statt. Frank. -- Frank Matthieß Wer anderen der Spiegel vorhält, braucht selbst nicht hineinzuschauen. --- Johannes Gross
Teilnehmer (4)
-
Benedikt Wildenhain
-
Frank Matthieß
-
Frank Recker
-
Jan-Benedict Glaw