Protokoll Treffen vom 29.6.2006
Hallo Tuxe , hier kurz das Wichtigste vom Treffen der Lugrav am 29. 6. 2006 in den Räumlichkeiten bei Gerhard Genuit in Brockhagen : 1)Auch in den Sommerferien sollen regelmäßige Treffen stattfinden, in 14 Tagen dann wieder in der Schule am Möllerstift in Brackwede . 2)Diskutiert wurde kurz über die Lugrav-Webseite. Unterschiedliche Auffassungen wurden zu der Frage vertreten, ob die inhaltliche Gestaltung der Seiten durch ein evtl. leichter zu bedienendes CMS leichter gemacht werden könnte. Dem wurde entgegengehalten, dass bei nunmehr in recht kurzer Zeit sukzessiv zum Einsatz gekommenen verschiedenen Plattformen ( Xooops , Wordpress und nun Drupal ) eigentlich sich gezeigt habe , dass Engagement und Bereitschaft zur inhaltlichen Gestaltung auf Seiten derer, die etwas einstellen, das Wesentliche seien und mangelnde Aktivität nicht auf Systemfragen zurückzuführen sei. Von Sonngrit kam der Vorschlag, ein Treffen der Lugrav doch einmal der inhaltlichen Arbeit an der Seite und ggf. Hilfen zum Einstellen von Inhalten zu widmen. 3)Unter der Rubrik "Aktuelles" berichtete Peter Voigt über ein an ihn herangetragenes anhaltendes Interesse an Vorträgen zu Rechtsfragen im Internet. Er selbst habe erst vor kurzem das Präsentationsprogramm des Mac, keynotes, genutzt, von dem er einen sehr guten Eindruck habe und das ihm die Vorbereitung erheblich erleichtert habe. Peter war am Wochenende vor unserem Treffen auf einem erstmals organisierten Linuxtreffen in Bonn, der Froscom 2006, das von Studenten der FH ebendort organisiert wurde. Es wurde dort ein anspruchsvolles und durchdachtes Programm geboten. Peter war insbesondere beeindruckt von den organisatorischen Feinheiten, mit denen die Veranstaltung aufwartete : so seien etwa vor den Vortragsräumen jeweils 2 Leute ansprechbar gewesen, um eine Orientierungshilfe zu geben. Es gab eine Mithörmöglichkeit für Vorträge über Telefon. Inhaltlich ging es u. a. um Bildbearbeitung auf der Textkonsole oder auch Feinheiten wie die Synchronisierung von Fotoaufnahmedaten und Dateiattributen mittels spezieller Tools. Ferner gab es u. a. einen längeren Vortrag über die interaktive Bedienung der Textkonsole mit verschiedenen Shells, der etwa Tricks zur Vereinfachung von sich wiederholenden Eingabesequenzen vermittelte. Im Zusammenhang mit dem anhaltenden Interesse an Rechtsfragen im Internet und beim Hacken sei- ganz am Rande - auch einmal bemerkenswert, wie verschiedene Linuxdistributionen mit der ihnen eigentlich von der GPL auferlegten Pflicht zur Dokumentation des Sourcecodes umgehen. Diesen konsequent einsehbar zu halten sei organisatorisch nicht so einfach, so dass einige darauf oft ganz verzichten. 4)Im Anschluss daran kamen wir zum Hauptteil des Abends : Thomas Scholz stellte LinVDR als Paketauswahl zum Fernsehen mit einem Rechner letztendlich als Fernsehstreamserver vor. Hierzu hatte er seinen Rechner mitgebracht und an ein Satellitenkabel angeschlossen. Unser Selbstbaubeamer diente als Ausgabeeinheit , Umschaltungen zwischen verschiedenen Funktionen wurden über eine Tastatur vorgenommen. Thomas hatte softwareseitig zunächst probeweise eine Toolsammlung auf einer CD der Zeitschrift ct eingesetzt und ausprobiert, damit aber zu keinem Zeitpunkt wirklich einen zufriedenstellenden Erfolg gehabt. Erst mit einer CD mit der Paketesammlung LinVDR kam gewissermaßen der Durchbruch: Nach rascher Installation kam er hier schnell zu einer praktischen Lösung. In einem Handout und seinen Ausführungen schlug Thomas für die Hardware zum Aufbau eines für den Fernsehempfang dediziert eingesetzten Rechners vor, durchaus eine CPU mit 200 MHz zu verwenden , beim Abspielen von DVD's sei auch ein GHz wünschenswert. Die Festplatte solle so dimensioniert sein, dass man für das System 500 MByte einplane und pro Stunde Fernsehaufnahme 2 GByte. Nach seiner Auffassung solle man schon mit einer Festplatte von 100 GB beginnen. Als Satellitenkarte setzt er eine Technotrend-kompatible "full feature"-Karte im Wert von etwa 130 Euro ein , optional könne man dazu eine zweite Satkarte nehmen, ggf. bestimmte Soundkarten, um u. a. einen Dolby Digital Sound zu produzieren. Thomas zeigte dann mit Hilfe seines Rechners , des daran angeschlossenen Kabels und des Beamers ein Live-Fernsehbild, das mit seinem Menu die besonderen Möglichkeiten von LinVDR aufzeigte. So wird beispielsweise zwischen den Sendern über eine Tastatur umgeschaltet, man könne hier auch eine Fernbedienung für die Satkarte nehmen( aber nur bestimmte ) . Ein Feature erlaubt es, alle gleichzeitig gezeigten Sendungen verschiedener Sender anzuzeigen. Eine Funktion TV-on-screen bietet eine tabellarische Übersicht des Fernsehprogramms. Die Aufnahme von Programmen über das Menü sei einfach, auch sei es möglich, dass sich der Rechner für bestimmte Aufnahmen selbst an-und wieder ausstelle; dies werde über NV-Ram realisiert. Auch ein zeitversetztes Fernsehen sei möglich, so kann man etwa ein Stopzeichen während einer laufenden Sendung drücken, was dazu führe , dass die Sendung automatisch aufgenommen werde. So könne man nach einer Unterbrechung die Sendung weiter verfolgen, als sei praktisch gar nichts geschehen. Auch Anfangs- und Endpunkte könnten gesetzt und editiert sowie eine No-Ad-Funktion realisiert werden, mit der Werbeblöcke herausgeschnitten werden können. Auch sei es möglich, mit sehr wenig Aufwand Filme für die Aufnahme auf DVD zu markieren, indem man den Menüpunkt "DVD brennen" aufrufe, der einem dann den zu speichernden Dateiumfang zeige und die EPG( Electronic Programme Guide ) -Beschreibung gleich mit erfasse. Auch CD's lassen sich in verschiedenen Formaten schreiben. Über eine Fülle von Erweiterungen, die uns Thomas einmal zeigte , lässt sich LinVDR für weitere Funktionen nutzen wie etwa als Faxgerät, als Telefonnummernanzeiger, als Mailversender u. a. Auch sei eine Hereinnahme von Informationen etwa einer Programmzeitschrift wie TV-Movie möglich. Administrieren lasse sich LinVDR durchaus über einen Browser, wenn man der Karte ganz einfach eine IP gibt und sie dann so anspricht. So sind auch Einstellungen zum Speichern von Sendungen möglich. Mit weiteren eingæbauten Karten sind auch zusätzliche Aufnahmen möglich, letztendlich ist entscheidend, wieviele Zuleitungen von LNB's man hat. Man ist dann u. U. in der Lage, in einem Band benachbarte Signale gleicher Polarität zu empfangen. Den mit der oben bereits kurz erwähnten Hardware zusammengebauten Rechner könne man gewissermaßen als einen zentralen Datenstreamserver verstehen, der seine Daten wie ein Kanaldemultiplexer an Clients weiterleiten könne. Natürlich entstehen bei der Beschaffung der genannten Hardware Kosten, die Thomas auf etwa 700 Euro schätzt. Grundsätzlich solle ein solcher Rechner geräuschgedämmt sein oder aber entsprechend untergebracht werden, etwa in einem Schrank, in dem für entsprechende Lüftung gesorgt ist. LinVDR biete Menüpunkte für verschiedene Empfangssituationen, etwa für Satellit, Kabel, DVB-T , so dass jeder das für ihn selbst Passende auswählen könne. Thomas zeigte dann noch , wie rasch LinVDR installiert ist und wie schnell man zu einem ersten Fernsehbild kommt. Die Fülle an Paketen ist erdrückend, man kann hier so auswählen, wie man dies bei Debian kennt, kann sich aber auch von einer individuellen Auswahl leiten lassen, die im Internet von einem gewissen Mahlzeit ( ? ) als MyLinVDR veröffentlicht wurde . Ihm selbst , so Thomas weiter, sei es einmal gelungen, 4 Programme gleichzeitig aufzunehmen und ein 5. zu sehen. Wir alle können Thomas für diesen hervorragenden Vortrag nur danken ! Alles lief hervorragend, und die vorgestellten Möglichkeiten machten Lust auf mehr ( Workshop zu dem Thema von Thomas ausdrücklich nicht ausgeschlossen ) und zeigten auch, wie weit Computer und Fernsehen sich angenähert haben bzw. bereits zusammengewachsen sind. An Informationsquellen zum Thema nannte Thomas in seinem Handout folgende Links : http://www.linvdr.de http://vdr-portal.de http://vdr-wiki.de 5)Im abschließenden Fragenteil ging es einmal um das Ansprechen eines Bandlaufwerks unter Linux mittels mt, Einzelheiten zu sehen unter man mt. Ferner ging es um Installationsschwierigkeiten von Linux auf etwas älteren Rechnern sowie um Hinweise, voreingestellte Bootoptionen im Zweifelsfall über /proc/cmdline ænzusehen. So, ich hoffe, das Wichtigste ist zur Sprache gekommen im Protokoll. Richtigstellungen, Kommentare, Vertiefungen usw. sind wie immer erwünscht! Viele Grüße! Ulrich Rieke
Teilnehmer (2)
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Peter Voigt
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Ulrich Rieke