Protokoll des Lugrav-Treffens am 09.03.2006
Hallo und herzlich willkommen zum Protokoll des Lugravtreffens vom 09.03.06. 1. Kassenführung ---------------- Dankenswerterweise hatte Volker Eckert die Aufgabe übernommen, die Übergabe der Kasse auf den Weg zu bringen. An diesem Abend konnte die Kasse nunmehr präsentiert werden. Der neue Kassenführer Wolfgang Pionier hat die Kasse sogleich in Besitz genommen und als erste Maßnahme die Auslagen erstattet, die Thomas Scholz durch den Bau des Lugrav-Beamers entstanden waren. 2. Bericht von den Chemnitzer Linuxtagen ---------------------------------------- In Chemnitz traf sich am letzten Wochenende die Open Source Szene. http://www.chemnitzer.linux-tage.de/2006/info/ Das wechselhafte Wetter in Sachsen mit Temperaturen von durchgängig unter Null Grad und zeitweisen Schneefall erschwerte die An- und Abreise. Mancher Besucher mag durch das Schnee-Chaos in Bayern und Baden-Württemberg abgeschreckt worden sein. http://www.br-online.de/repositories/bildergalerie/topthema/060213- schneechaos/index.html Der Veranstaltung war anzumerken, dass sich nach mehreren Jahren Routine eingestellt hat. Alles klappte wie am Schnürchen. Die wenigen auftretenden technischen Probleme wurden schnell gelöst. Die Versorgung und Unterhaltung der mehreren tausend Besucher blieb lückenlos. Gleichzeitig war zu beobachten, dass sich die Veranstalter konsequent auf das konzentriert haben, was von der Open Source Gemeinde gewünscht wird. http://www.guckes.net/pics.2006.03-03/.tmp/img_4534.jpg.html Hut ab vor der ehrenamtlichen Leistung der Veranstalter! Zum offiziellen Programm zählten Referate, Workshops, Dr. Linux, eine überall nutzbare WLan-Internetanbindung, viele Stände von Open Source Projekten mit teilweiser prominenter Besetzung und am Abend der Social-Event für die vielen ehrenamtlichen Helfer. Nebenan fand eine gut besuchte Linux-Nacht statt. Dort ließen es sich Gerhard Genuit und Kurt Gramlich nicht nehmen, zu vorgerückter Stunde live Musik zu machen. Vor Ort trafen sich etliche Aktive aus Bielefeld und OWL. Man sah überall bekannte Gesichter. Die halbe Lugrav war da. http://www.guckes.net/pics.2006.03-03/.tmp/img_4511.jpg.html Und natürlich Skolelinux. Wie schon in den Vorjahren präsentierte Skolelinux den größten Stand am Platz und stellte mehrere Referenten für das öffentliche Vortragsprogramm. Gerhard Genuit führte gemeinsam mit Kurt Gramlich den Workshop Musik mit freier Software durch. Rund 20 Teilnehmer konnten sich im Verlauf von 3 Stunden über alle Aspekte der Musikproduktion unter Linux ins Bild setzen lassen. http://chemnitzer.linux-tage.de/2006/vortraege/detail.html?idx=386 Manche Vorträge waren so gut besucht, dass auf den Treppen der Hörsäale kein Durchkommen mehr gab. Ein Teil der Referenten nutzte die Gelegenheit, für ihr jeweiliges Open Source Projekt kräftig Werbung zu machen. Darüber sahen die Zuhörer gnädig hinweg. Andere Vorträge stachen durch die Expertise ihrer Referenten hervor. Einer der Schwerpunkte des Linuxtages beschäftigte sich mit der Verwaltung von Netzwerken. Beispielsweise wurde ein kommerzielles heterogenes Netzwerk vorgestellt, bestehend aus 950 Hosts verteilt auf etliche Standorte bestand, welches dezentral mit Nagios verwaltet wird. Dafür eignet sich Nagios gut, weil es hierarchiche Sichten auf das Netz und die Vergabe von Gruppen-Rollen bei der Administration möglich macht. http://www.nagios.org/ Red Hat hat einen Directory-Server unter eine Open Source Lizenz gestellt. Der Fedora-Directory-Server bietet gegenüber OpenLDAP etliche Vorteile und kann mit der kommerziellen Konkurrenz mithalten. Er bietet u.a. eine Multi-Master-Replikation, eine kohärente grafische Benutzeroberfläche und eine Dokumentation auf 2.000 Seiten. http://www.redhat.com/en_us/USA/home/solutions/directoryserver/ Unter den Einsteiger-Vorträgen stieß Vergleich von Anfänger- Distributionen auf großes Interesse. Der Referent empfahl im Ergebnis SUSE, weil sie am leichtesten zu installieren sei und die meiste vorgefertige Software mitbringe, insbesondere Java und Flash. Ubuntu habe den Nachteil, bei der Partitionierung zu viel an technischem Wissen vorauszusetzen. Als Alternative aus dem Lager der Debian- artigen Distributionen käme Kanotix in Frage. Etwas Pech hatte Ralf Gesellensetter, vielen bekannt als aktiver Mitstreiter von Skolelinux. Der Beamer "seines" Hörsaales konnte das Signal seines Laptops nicht verarbeiten, so dass ein anderer Rechner dazwischen geschaltet werden musste. Deshalb lief seine Präsentation mit vorbereiteten Animationen zu langsam ab, was recht schade war. Der Vortrag von Kurt Gramlich beschrieb das Skolelinux-Projekt aus der Innensicht des Projektleiters. Sein Auftritt hob sich durch die persönliche Ansprache der Zuhörer von allen anderen Vorträgen ab. Gelernt ist eben gelernt. Leiter anderer Projekte, die sich während seines Vortrages outeten, bestätigten ähnliche Erfahrungen. Den Stand der Diskussion über die kommende Version 3 der GPL stellte ein juristischer Vortrag dar. Deutsche Juristen können mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen, dass die neue Version eine Welt-GPL sein soll. Sie soll nicht nur auf den anglo-amerikanischen Rechtsraum zugeschnitten werden, wie es gegenwärtig noch der Fall ist. Von dieser Frage hängt ab, ob sich Open Source-Entwickler in Deutschland gegenüber Endnutzern haftbar machen können. http://www.fsf.org/news/gpl3.html In einem der Hörsäale wurde am Sonntag ein Debianday veranstaltet. Die Referenten beleuchteten technischen Aspekte, die für das Debian- Projekt von essentieller Bedeutung sind. Die Dimensionen des Debian- Projektes sind gewaltig. Änderungen des Archives wirken sich beispielsweise auf 500 offizielle Mirrors aus. Deutlich zu erkennen waren die tiefe Fachkenntnis und der (zu?)hohe persönliche Arbeitsaufwand, der den Aktiven abverlangt wird. Martin Krafft war aus der Schweiz angereist und machte auf die soeben erschienene deutsche Übersetzung seines Buches über die Konzepte des Debian- Projektes aufmerksam. Soweit die Schilderungen von Gerhart Genuit, Volker Eckert, Frank Matthiess und Peter Voigt. Das Thema mündete in eine Diskussion, welche Erfahrungen aus Chemnitz auf einen eventuellen Linuxtag in Bielefeld übertragen werden können. Dabei wurde ein Dreick von Faktoren sichtbar, die sich gegenseitig beeinflussen. Vortragsthemen, Zielgruppen (genauer gesagt die Vertrautheit der Besucher mit den Usancen der Open Source Bewegung) und die Tiefe der organisatorischen Vorbereitung sind in Deckung zu bringen, um ein gelungenes Ergebnis zu erzielen. Nicht jede Kombination führt zum Erfolg, manche Kombinationen sind zu vermeiden. Anmerkung: Weitere Bilder zu den Chemnitzer Linuxtagen unter http://chemnitzer.linux-tage.de/2006/info/bilder.html 3. XGL ------ Volker Eckert zeigte einen Film, welcher die Fähigkeiten des neue XGL demonstrierte. Durch XGL wird das Rendern der Desktop-Oberfläche von der CPU auf die Hardware der Grafikkarte verlagert. Das macht beeindruckende visuelle Effekte möglich. http://www.novell.com/linux/xglrelease/ http://www.pro-linux.de/news/2006/9262.html Fenster mit laufenden Videos können hin und her geschoben werden und dabei beliebig überlappen. Hat man sie auf (stufenlose) Durchsichtigkeit eingestellt, sieht man mehrere laufende Videos übereinander gestappelt. Die Fenster fangen an zuleben. Stossen sie aneinander, verwinden sie sich, geben Widerstand, der zu überwinden ist oder bleiben vor dem Hindernis stehen. Fast wie im realen Leben. Und alles in affenartiger Geschwindigkeit. Der XP Desktop kann nicht mithalten. Womöglich ensteht hier die Killer-Applikation, die Benutzer in Scharen zu Linux führen wird, sollte die kommerzielle Konkurrenz nicht gleichziehen. Anmerkung: Mittlerweile kann man XGL mit Hilfe einer LiveCD selber ausprobieren. Voraussetzung sind derzeit NVidia und ATI-Grafikkarten. Wer ein Exemplar der LiveCD auf dem nächsten Treffen der Lugrav erhalten möchte, mag sich melden. http://getkororaa.com/ 4. XChat -------- Volker Eckert stellte XChat vor und führte in die Bedienung ein. Als Gedankenstütze verteilte er eine Übersicht mit den wichtigsten Befehlen. Mit XChat kann man auf elegante Weise Chats nutzen. Anders als E- Mails ermöglichen Chats die zeitgleiche Kommunikation der Teilnehmer. Für die Lugrav wurde von Volker auf IRC.FreeNode.Net ein eigener Channel eingerichtet. http://xchat.org/ 5. Webseite der Lugrav ---------------------- Der Aufbau der neuen Webseite der Lugrav hat wesentliche Fortschritte gemacht. Songrit Fürtner hat die Webseiten-Struktur neu geordnet. Das Ergebnis stellte Volker Eckert vor und demonstrierte am praktischen Beispiel, wie neuer Content auf einfache Weise eingestellt werden kann. http://lugrav.mach-ich.net/ 6. LinWiki ---------- Abschliessend machte Volker Eckert auf LinWiki aufmerksam. Dort werden Tipps und Tricks zu Linux zentral gesammelt. An geeigneter Stelle soll in der neuen Webseite der Lugrav auf das LinWiki verlinkt werden. http://de.linwiki.org 7. Immer wieder auf neues: Das Problem mit aktuellen Grafikkarten ----------------------------------------------------------------- Auf einem recht neuem Notebook funktionierte unter OpenSUSE 10.0 die Ati-Grafikkarte nicht. Es stellte sich heraus, dass sie schlicht und einfach zu neu war, als dass sie bereits von Linux unterstützt wird. Eine Behelfslösung bot die Aktivierung des Vesa-Treibers. 8. Nächstes Treffen ------------------- Das nächste Treffen der Lugrav am Donnerstag, 23.03.06 ab 19:00 Uhr, findet dank der Unterstützung durch Rudolf Eßbach-Schubert wieder in der Schule am Möllerstift in Bielefeld-Brackwede statt. Die Wegbeschreibung findet sich hier: http://lx.mach-ich.net/?page_id=10&page=5 Das Protokoll ist wieder etwas lang geworden. Und manches wurde noch nicht einmal erwähnt. T'schuldigung. pv
Teilnehmer (3)
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Frank Matthieß
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Peter Voigt
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RalfGesellensetter