Bericht vom Treffen der Lugrav am 09.04.2015 mit Vortrag über Tmux
Hallo, auf dem letzten Treffen der Lugrav am 09.04.2015 wurde tmux vor- gestellt. Tmux gehört ebenfalls zur Kategorie der Terminal-Multiplexer und gilt als Nachfolger von screen. Mit tmux kann man auf einem Bildschirm mehrere Shells gleich- zeitig starten, indem der Bildschirm (das sog. Window in der tmux- Terminologie) in sog. Panes aufgeteilt wird. Für jedes Pane stellt tmux ein unabhängiges PTY zur Verfügung. Panes lassen sich verkleinern, vergrößern, in Windows und Sessions gruppieren, zwischen Windows und Sessions verschieben, einfärben, pipen und loggen. Panes können in Abhängigkeit von gewissen Ereignis- sen Meldungen verschicken, empfangen oder verarbeiten, ihr Aussehen verändern usw. Shell-Kommandos können auf einzelnen oder auf mehreren Panes gleich- zeitig ausgeführt werden. Panes lassen sich einzeln oder gemeinsam als Elemente kompletter Windows bzw. Sessions konfigurieren. Ebenso lassen sich einzelne Shell-Befehle oder -Skripte auf mehreren Shells parallel starten. Weil ein und dasselbe Pane verschiedenen Windows bzw. Sessions zuge- ordnet werden kann, lässt sich das Erscheinungsbld eines Panes per Wechsel auf ein anderes Windows bzw. Session augenblicklich ver- ändern ohne in diesem Moment etwas konfigurieren zu müssen. Die sich bietenden Möglichkeiten werden nur durch die Phantasie des Nutzers (und seine Kenntnisse von tmux) begrenzt. Tmux ist recht komfortabel. Mehrere Benutzerschnittstellen stehen parallel zur Verfügung. Wohl durchdachte Befehle können auf der Shell, der interaktiven Statuszeile, per Skript oder in der Konfigurationsdatei aufgerufen werden. Die Befehle bleiben immer dieselben. Befehle können abgekürzt werden, solange die Eindeutigkeit gewahrt bleibt. Zusätzlich gibt es Kurzformen (Aliase). Einzelne Tasten sind mit einer Auswahl häufig genutzter Befehle vor- belegt, so dass sich ein Normal-Nutzer nur "seine" Tastenkürzel merken muss. Die Auswahl ist natürlich konfigurierbar. Der Tmux-Vortrag diente dazu, einen Überblick über die implementierten Konzepte und deren technische Umsetzung zu geben. Dabei kamen eine Vielzahl technischer Besonderheiten von tmux zur Sprache. Tmux ist konfigurierbar und zwar in einer fast schon unanständig umfangreichen Art und Weise. Man kann tmux daher für Zwecke einsetzen, für die es nicht entwickelt wurde. Deshalb galt es, beim Zuhörer das Gespür zu entwicklen für die sinn- volle Grenzziehung auf syntaktischer und semantischer Ebene. Dafür wurden diverse Szenarien vorgestellt und ihre Schwachpunkte erläutert. Die Verwendung von ssh stand dabei im Mittelpunkt. Am Ende des Vortrages wurde demonstriert, mit weniger als 10 Tasten- befehlen den produktiven Einsatz von tmux aufzunehmen. Der Anwender kann seine Lernkurve beliebig flach halten und trotzdem von tmux profitieren. Solche Tastenbefehle sollen ganz nebenbei anlässlich der nächsten Einsätze der Netzwerk-Simulation eingeübt werden. pv:)
Teilnehmer (1)
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Peter Voigt