Hallo Tuxe, hier kurz das Wesentliche vom Treffen der Lugrav vom 24.2. in der Schule am Möllerstift, in der wir auf Vermittlung und Initiative von Rudolf dankenswerterweise wieder zu Gast sein konnten. 1)Der "Eigenbau-Beamer" hat, wie Volker Eckert berichtete, wohl schon erhebliche Fortschritte gemacht und kann Auflösungen bis 1024x768 darstellen. Derzeit geht es u.a. darum, das Gerät vernünftig transportfähig zu bekommen. Hierzu wird noch ein stabiles Gehäuse benötigt. Der große Vorteil des Gerätes könnte es sein, dass man vergleichsweise zu Spottpreisen an Austauschbirnen kommt und weit entfernt ist von den Summen, die man hierfür bei "richtigen" Beamern ausgeben müsste. 2)Dann berichtete, im Hauptpunkt des Abends, Gerhard Genuit über das Programm GnuCash. Über den Internetanschluss der Schule und ein mitgebrachtes Netzwerkkabel war es ihm im Verlaufe seines Vortrags möglich, die Möglichkeiten des Programms im Echtbetrieb zu demonstrieren. Das Programm GnuCash ist recht einfach zu installieren, es existieren hierfür sowohl rpm- als auch apt-Pakete. Angenehmerweise können Beschreibungstexte über eine Funktion "Quick-Fill" durch Druck auf die Tab-Taste analog zur Tab-Completion der Shell komplettiert werden. Terminierte, d. h. zu einem festen vorgegebenen Zeitpunkt erfolgende Buchungen sind möglich, somit können gewissermaßen Daueraufträge eingerichtet werden. Als weitere Feature bietet GnuCash die Möglichkeit, Aktien- und Fondsportfolios zu verwalten und aktuelle Kursstände einzusehen. Dies geschieht über ein Perlmodul, das die Kurse über ( konfi- gurierbare) Neztquellen laden kann. Auch gibt es eine Unterstützung von mehreren Währungen . Kleinen Gewerbetreibenden wird es auch ermöglicht, den Zahlungsverkehr mit Kunden über dieses Programm abzuwickeln. Das Format des früher wohl von Microsoft, später einer anderen Firma ( Lexsoft ? ) vertriebenen Quicken, das Quicken Interchange Format ( QIF ) wird unterstützt, es gibt entsprechende Importmöglichkeiten. Online-Banking durch OFX und HBCI wird unterstützt, letzteres wurde von Gerhard in seinem Vortrag noch später "live" gezeigt. GnuCash erlaubt die Einrichtung einer Kontenhierarchie; so ist es beispielsweise möglich, unter einem Oberkonto weitere Unterkonten einzurichten und sie sich entsprechend anzeigen zu lassen. Auch ist es möglich, Buchungen, etwa zu steuerlichen Zwecken, gewissermaßen gesplittet vorzunehmen, also etwa bei bestimmten Transaktionen einen Gebühren- und einen Steueranteil herauszurechnen. Intern werden die Daten von GnuCash im XML-Format abgelegt, damit besteht letztendlich eine offene Schnittstelle und die Möglichkeit einer Weiterverarbeitung auch durch andere Programme. GnuCash ist in C programmiert und steht unter der GPL. Im zweiten Teil seines Vortrages zeigte Gerhard dann das Programm im Einsatz. Es existieren Kontenrahmen für verschiedene Anwendungen, etwa für den Privatmann bzw. den Privathaushalt ebenso wie für die Bedürfnisse eines kleinen Unternehmens. Auch die Berücksichtigung von SKR04( StandardKontenRahmen ) ist möglich. In bilanztechnisch korrekter Weise lassen sich optisch deutlich markiert Aktiva und Passiva darstellen, wobei der Geübte auch Grundprinzipien der doppelten Buchführung mit getrennter Aufführung und Saldierung von Aktiva und Passiva erkennen kann. Im Kreise wurde auch noch erläuternd über die buchhalterisch und finanztechnisch korrekte Verwendung der Begriffe Aktiva und Passiva gesprochen. Gerhard zeigte dann eine Maske, wie sie etwa der Privatanwender sieht, der seine Überweisungen und Kontobewegungen initiieren möchte. Zunächst wird ein Datum eingegeben, dann eine Buchungsnummer, wobei GnuCash einen Defaultwert für dieses Feld bei Nichtausfüllen vorhält. Dann folgt ein Feld "Beschreibung" , das den Zweck der Kontobewegung darlegt. Durch Angabe von im Programm bereits bekannten Teilstrings kann hier systemimmanent ein Hineinspringen in bestimmte Konten erreicht werden, wenn etwa eine bestimmte Zahlung immer wieder mit gleichem Beschreibungstext erfolgt. Im Feld "Buchen" erfolgt dann eine Auswahl verschiedener Konten , bei denen man sich dann eines auswählen muss. Das Feld "J" , das dann folgt, legt fest, ob ein Abgleich für eingegangene Buchungen erwünscht ist. Schließlich erfolgt unter "Einzahlung" die Angabe des Betrages. Durch Anklicken bestimmter Hauptkonten ist man in der Lage, sich jeweils Unterkonten anzusehen, die Saldierung nach Hauptkonto erfolgt automatisch. Durch Vergabe bestimmter Kennziffern für ein Konto kann sich die Art der Darstellung auf dem Bildschirm insoweit ändern, als nach Kennziffern die Konten auf dem Schirm sortiert werden. Möchte man terminierte Buchungen vornehmen, also etwa die Mietüberweisung zum Monatsersten, so wird in einem entsprechenden Popupmenu nach den zeitlichen Abständen gefragt, in denen das erfolgen soll. Auch kann man sich anzeigen lassen, welche terminierten Buchungen derzeit fest eingerichtet sind. Bei Daueraufträgen werden diese bei Einsicht in den Kontostand entsprechend berücksichtigt, wobei die Ausgaben des Programms die "offizielle" Mitteilung der Bank über den Kontostand nicht ersetzen. Wer Geld überweisen will, wird von GnuCash konsequent gefragt, von welchem Konto zu buchen ist. Auf Nachfrage hieß es aus dem Kreis der Anwesenden auch, dass es mit HBCI auch möglich sei, etwa zum Monatsersten gewissermaßen Überweisungsaufträge zu generieren, die erst später im Monatsverlauf realisiert werden sollen. Wer mit GnuCash HBCI betreiben will, muss zunächst einmal bei seiner Bank ein Konto dafür entsprechend vorbereiten. Dazu schließt er mit seiner Bank einen Nutzungsvertrag ab, erhält einen ini-Brief mit individueller Benutzerkennung und Hashwert. Am Rechner selbst ist dann im nächsten Schritt die Bankleitzahl der Bank einzugeben sowie die HBCI-Netzaddresse der Bank. Dabei wies Thomas Niesel darauf hin, dass es etwa für die Konfiguration von Firewalls wichtig ist zu wissen, dass HBCI über Port 3000 abgewickelt wird. In einem weiteren Schritt gibt man die Benutzerkennung an und wird dann von GnuCash nach seiner Schlüsseldatei gefragt. Hat man diese noch nicht angelegt, erfolgt die Angabe des Pfades zu dieser Datei sowie ferner die Eingabe der Kundennummer. Aus eigenen Erfahrungen wies Thomas darauf hin, dass man durchaus auch Kartenleser an seinen Rechner anschließen könne und seine Bankkarte auch mit einer Kennung versehen könne. Die Kartenleser gibt es in unterschiedlicher Form, so etwa auch Kartenleser mit eigenem Keyboard. Zu nennen ist da als Gerät etwa der Reinhard SCT mit Keypad als Klasse-2-Leser. Als Weiterentwicklung dieser Geräte gibt es dann noch Klasse-3-Leser, die für die Verwendung von digitalen Signaturen wichtig sind. Auch an einem Kartenleser mit Keyboard könnte eine PIN-Eingabe über die Tastatur gescannt werden, auch ist ein Szenario denkbar, in dem , wie Frank ausführte, ein Trojaner unter der Behauptung, eine eingegebene Ziffernfolge sei falsch, zur Mehrfacheingabe von PIN-Nummern auffordern könnte. Wer sich über die gesamte Thematik der Kartenleser und die Möglichkeiten informieren will, die diese Geräte über den Zahlungsverkehr hinaus bieten, kann sich bei www.libchipcard.de über Themen wie Cobil, Reinhard SCT und anderes informieren. Nach diesem kurzen Intermezzo über die Möglichkeiten des Kartenlesers setzte Gerhard dann seine HBCI-Demonstration weiter fort. Er wies darauf hin, dass die Schlüsseldatei für jede Transaktion die Eingabe der PIN verlangt. Nicht alle Banken unterstützen HBCI. Hat man seinen Rechner soweit für HBCI vorbereitet, so erfolgt, wie bei jedem verschlüsselten Datenaustausch, die Authentifizierung der Kommunikationsteilnehmer. Die Partnerbank überträgt ihren Schlüsselfingerprint, den man dann ausdrucken und zur Bank bringen muss. So wird die Authentizität beider Seiten ermittelt, erst nachdem die korrekte Person den richtigen Bankkeyprint in schriftlicher Form bei der Bank eingereicht hat , wird das Konto für den Zahlungsverkehr mittels HBCI geöffnet. Über den Netzzugang der Schule gewährte uns dann Gerhard einen Einblick in konkrete Kontobewegungen; dabei werden rot dargestellte Buchungen nicht , gelbe unausgeglichen und grüne ausgeglichen importiert. Durch Linkdarstellungen ist es dann ferner möglich, sich Statistiken, Cashflowdarstellungen etwa in Tortendiagrammen, Kontenbewegungen usw. zeigen zu lassen. Buchungen innerhalb des Systems sind ebenfalls möglich. Ganz herzlichen Dank an Gerhard für diesen guten und unmittelbar "live" mit Netzanbindung vorgeführten Vortrag! 3)Nach einer kurzen Pause wurden dann noch in lockerer Form und jeweils kleiner Runde Fragen besprochen und teilweise auch beantwortet. Kurz wurde auch noch darüber gesprochen, wo das nächste Treffen am 10.3. stattfinden soll. Möglicherweise kann es wieder in der Schule am Möllerstift sein. Genaueres wird aber noch mitgeteilt. Ich hoffe, das Wesentliche wurde erwähnt, und bitte wie immer um Korrekturen und Ergänzungen. Viele Grüße, bis bald! Ulrich Rieke
Teilnehmer (3)
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Achim Kohlwey (-frso)
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Juergen.Leibner@t-online.de
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Ulrich Rieke