Hallo Tuxe, im Folgenden kurz das Wichtigste vom Treffen der Lugrav am 9.9. 2004, diesmal wieder im Heimathaus Steinhagen. Da wir wieder einige neue Gäste begrüßen konnten, erfolgte zu Anfang die schon traditionelle kurze Vorstellungsrunde aller Anwesenden. Danach ging es ohne große Verzögerung zum Hauptthema des Abends über: Nach seiner Einführung in die Thematik auf einem der letzten Treffen stellte Thomas Niesel das Programm asterisk vor. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit, selbst eine Telefonanlage einzurichten, nicht zuletzt aber auch um die Gelegenheit, Internettelefonie zu realisieren. Um das Programm auch demonstrieren zu können, hatte Thomas einen Rechner mit 100 MH, 64 MB RAM und insgesamt 3 ISDN-Karten ( eine CAPI-Karte ) sowie eine Ethernetkarte mitgebracht. Ein Rechner war direkt mit einem ISDN-Telefon verbunden und spielte in der aufgebauten Anordnung gewissermaßen die Rolle der Telekom, ein weiterer Rechner( der oben bereits genannte ) war der Installationsort für Asterisk, wurde angerufen und demonstrierte die Fähigkeiten des Programms. Asterisk lässt sich beispielsweise unter Debian installieren, die Konfigurationsdateien liegen unter /etc/asterisk. Anhand eines mitgebrachten paketrelevanten Directorybaumes erläuterte Thomas die wesentlichen Verzeichnisse: So liegen die ladbaren Module in /usr/lib/asterisk/modules. Ein weiteres wichtiges Verzeichnis ist /var/lib/asterisk, hier liegen etwa unter sounds/de deutsche Ansagedateien, unter /sounds/de/letters deutsche Buchstaben, unter /var/lib/asterisk/phonetic englische phonetische Ansagen, unter /var/lib/asterisk/silence liegt "Stille" unsw. Die Einrichtung von Asterisk ist abhängig von der Hardware, die zum Einsatz kommt, von den Protokollen, mit denen man arbeiten möchte, und von den Codecs, die zum Einsatz kommen. Es ist mit Asterisk auch möglich, eingehende, in einem anderen Protokoll "kodierte" Anrufe lokal nach Wunsch umzusetzen. Dies ist natürlich potentiell rechenintensiv, so dass die eingesetzte Hardware die Zahl der gleichzeitig bearbeitbaren Anrufe sehr wohl begrenzen kann. Die Einrichtung von Asterisk kann mit dem Editieren der modules.conf beginnen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten: Man kann z. B. eingangs die Option "autoload = yes " vorgeben, oder man kann autoload auch auf no setzen und dann gezielt im weiteren Dateiverlauf gewünschte Module auswählen. An einer mitgebrachten modules.conf konnte man einen Eindruck von der Vielzahl der Auswahloptionen bekommen: So kann man etwa Telefonverkäufer ( "telemarketers" ) ggf. mit einem bestimmten Ton blockieren. Möchte man ein bestimmtes Modul nicht laden, so stellt man noload=> <Modulname> voran. Um eine Zeile auszukommentieren, muss am Anfang ; gesetzt werden. Das sonst hierfür vertraute # scheidet aus, weil es auf Telefonen, deren Tastendrücke vom System ja verarbeitet werden, ja bereits vergeben ist. Asterisk ist ein rasch sich entwickelndes Paket, das in neueren Versionen auch eine Datenbankunterstützung durch SQLite und einen MP3-Player hat. Mit der modules.conf können auch bestimmte Module für Channels und für Codecs geladen werden. Dann ging Thomas auf eine weitere Konfigurationsdatei ein, die modem.conf, die er ebenfalls mitgebracht hatte. Hier können wir ein ganzes Set von Einstellungen als Kontext festlegen, wenn die Kontexts einen Namen erhalten haben. Als "driver" wurde hier i4l festgelegt, da es sich um eine Konfiguration für eine ISDN-Karte handelte. Als "language" kam de zum Einsatz, mit "skipmsd=0" kann man festlegen, dass beim Anwählen eine bestimmte Zahl von Ziffern unterdrückt wird. "dialtone = tone" legt die Art des Wahlverfahrens fest. Auch verschiedene Modi können ausgewählt werden , bei "mode=answer" wird solange gewartet, bis die Gegenstelle abnimmt, bei "mode=ring" wird eine Klingelzeit abgewartet. Noch kurz ein Wort zu den Contexts: In Abhängigkeit von den MSN bei ISDN kann man in extensions festlegen, was mit einem eingehenden Anruf von dieser Nummer zu geschehen hat. Da auch bei Thomas eine CAPI-Karte in einem Rechner eingebaut ist, hatte er auch ein Beispiel für die zu ihrer Konfiguration notwendigen capi.conf mitgebracht. Auch hier kann eine Sprache festgelegt werden ("language = de" ), es kann ein Abrechnungskonto festgelegt werden, es gibt einen Parameter "echocancel" und a. m. Man kann das Aufzeichnungsformat seiner Anrufe festlegen, auch ist man in der Lage, Anrufe von woanders abzuholen und sie auch weiterzuleiten. Eine weitere wichtige Konfigurationsdatei ist voicemail.conf. In der Variablen "format" kann festgelegt werden, wie eine Stimmdatei zur Versendung in einer Mail komprimiert werden kann. Ferner kann man auch festlegen, wer als Emailabsender figurieren sollte, hier kann man z. B. schreiben "serveremail=asterisk". Dann kann man die maximale Länge einer Begrüßung in Sekunden festlegen, ferner kann man einen Zeitraum festlegen, den man eine gespeicherte Telefonnachricht zurückspulen kann.Es ist bekannt, dass man üblicherweise bis ganz zum Anfang eines Anrufbeantworters zurückspulen muss, um einen bestimmten Text nochmal zu hören. Durch Einstellung von "skipms=3000" etwa legt man fest, dass man maximal 3000 ms zurückspulen kann, um zu einem gesuchten Textteil zu kommen ( natürlich wiederholbar ) . Ferner kann man ein Default-Mailprogramm festlegen, mit dem Asterisk dann zur Versendung von Gesprächen als Mail zusammenarbeitet. Wichtig ist auch die korrekte Einrichtung von Zeitzonen, sonst kommt es u. U. bei der Weiterleitung von Gesprächen im gleichen Zeitzonenbereich zu äußerst unangenehmen nächtlichen Anrufen. In der voicemail.conf werden auch Festlegungen für Mailboxen getroffen, zu jeder Box wird ein "Quintupel" von Passwort, Name, Email, Pageremail und Optionen getroffen. Das führt dazu, dass beim Eintreffen einer Mail diese ggf. an die angegebene Mail geschickt wird. Thomas führte noch einmal kurz die "Anatomie" eines ISDN-Anschlusses aus, bei dem ein NTBA netz-, gewissermaßen telekomseitig einen sogenannten NT-Anschluss hat und über Vierdrahtverbindungen mit einem PC, einem Telefon oder auch einer Telefonanlage verbunden sein kann. Die Verbindung vom NTBA zu diesen Geräten läuft im TE-Modus. Im Versuchsaufbau im Raum wird die in den Rechner eingebaute ISDN-Karte im NT-Modus betrieben und simuliert so gewissermaßen die Telekom, über eine gekreuzte Leitung wird ein NTBA angeschlossen und dieser stellt wiederum die Verbindung zu einem weiteren ISDN-Telefon oder auch über einen AB zu analogen Telefonen her. Ganz herzlichen Dank an Thomas für die viele Mühe, die er sich mit seinem Vortrag und dem Aufbau der Demonstrationsumgebung gemacht hat! Um das Ganze zu vertiefen und die für die Meisten doch schwer verständliche Materie noch einmal aufzubereiten, kam der Vorschlag auf, das Thema noch einmal auf einem Wochenendworkshop zu behandeln. Endgültige Festlegungen zu Raum und Zeit gab es aber noch nicht. Thomas gab zum Abschluss seines Vortrages noch einen Liste mit URL's für Interessierte herum, die weiter sich mit dem Thema beschäftigen wollen. Hier einige dieser Adressen: http://hebric.dyndns.org , hier ist wohl Thomas zu Hause www.asterisk(pbx).org ftp.asterisk.org für die Quellen www.digium.com Sponsor und Gründer www.junghanns.net Cap und HFC-Anbindung ftp.coppice.org/pub/pandsp Softfax-Anbindung www.voip-info.org Informationen rund um Voice over IP www.voip-info.de solche Informationen in Deutsch www.asterisk-doku.de deutsche Info zu Asterisk www.pforzheim.de/asterisk deutsche Ansagetexte www.karl.aegee.org/asterisk.nsf deutsche Ansagetexte www.debian.de eine Bezugsquelle Mailinglisten asterisk-user asterisk-dev asterisk-biz asterisk-announce asterisk-doc asterisk-bsd (Auswahl hier nicht vollständig ) Zum Abschluss des Treffens wurden einige noch offene Themen pragmatisch vertagt, wie etwa die Raumfrage. In den letzten Monaten wurden mit der Gaststätte Wiebe, dem Heimathaus Steinhagen , der Dorfschule und evtl. dem Jugendzentrum im Kleekamp verschiedene Örtlichkeiten entweder besucht oder ins Gespräch gebracht, aus diesem Kreis sollte sich eine Entscheidung fällen lassen. Abschließend wurde noch kurz gefragt, ob Interesse an einem Vortrag über Lizenzfragen bei freier Software besteht und wie ggf. der Referent, der kein eigenes Auto hat, aus Osnabrück zur Lugrav kommen kann. Hier gab es aber ebensowenig eine abschließende Festlegung wie zu Zeitpunkt und Ort des nächsten Treffens. Da ich selber leider den ersten Teil des Vortrages von Thomas( wohl in den Ferien ) nicht hören konnte, gehöre ich auch zu denen, die nicht immer ganz folgen konnten. Hoffentlich könnt Ihr trotzdem mit der Zusammenfassung im Protokoll etwas anfangen. Missverständliches oder Falsches kann dann ja auf der Liste richtiggestellt oder kommentiert werden, so lernen alle etwas. Macht's gut, bis bald! Ulrich
Teilnehmer (3)
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Peter Voigt
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thomas_n@freenet.de
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Ulrich Rieke