Linux auf Sprac-Systemen
Linux ist auf fast allen Sparc-Rechnern von Sun lauffähig. Aufpassen sollte man bei ganz alten Sun-Maschinen, denn die sind unter Umständen auf m68k-Prozessoren (siehe LinuxAufm68k) aufgebaut. Die neueren Rechner, also vor allem die SparcStations, aber auch die Ultras, können Linux laufenlassen.
Sparc und Ultra
Bei den Sparc-Rechnern muß man zwischen zwei unterschiedlichen CPU-Typen unterscheiden. Es gibt die älteren Maschinen (verbreitet sind da vor allem die SparcStations), die einen (oder mehrere) 32bittige Sparc-Prozessoren mitbringen. Die neuen, aktuellen Sparc-Systeme haben 64bit-CPUs. Die Besonderheit bei den modernen sparc64-Maschinen ist, daß sie zwar einen 64bittigen Kernel laufen lassen, alle Applikationen aber für 32bit kompiliert sind. Für den Anwender macht das keinen wirklichen Unterschied, und wenn doch, dann ließe sich auch ein 64bit Userland entwickeln. Aber soweit sind binutils, gcc & glibc noch nicht...
Booten
Die Suns haben ein ziemlich mächtiges Boot-Prom, auch Console genannt. Sie können von Netz booten, unterstützen SerielleConsole und sind sogar in Forth (war doch Forth, oder?) programmierbar! Wenn man einen Monitor hat (hat leider keinen VGA-Anschluß...) kann man gleich seine ersten Versuche machen, wenn nicht, so muß man es halt mal mit SerielleConsole probieren. Dabei sollte man beachten, daß man einige Systeme zwingen kann, ihre Ausgaben seriell zu machen, indem man die Tastatur abzieht. Andere (meine SS10 z.B.) booten dann garnicht mehr, machen aber von sich aus (freiwillig:-) auch bei angesteckter Tastatur SerielleConsole. Das scheint von Umgebungsvariablen abhängig zu sein...
Hat man also SerielleConsole (oder einen Monitor) zum Laufen gebracht, so heißt's:
ok> boot floppy
...und der Boot-Vorgang sollte starten. Auf den Debian-Bootfloppies ist ["SILO"] (Sparc Improved LOader) installiert, der dann den Linux-Kernel läd.
Ach ja - wenn man installiert sollte man darauf achten, daß sowohl (falls man sie anlegt) die /boot/-Partition als auch die /-Partition im ersten Gigabyte der Platte liegen. Viele Sparc-Proms haben Probleme, dahinter zu lesen. (Ist Linux ersteinmal gestartet, sind natürlich größere Partitionen kein Problem mehr. Man kann nur nicht davon booten...)