Hallo Tuxe, hier kurz das Wichtigste vom Treffen der Lugrav am 2.6. 1)Treffpunkt war auf Vermittlung von Rudolf die Schule am ehemaligen Möllerstift. Hier wollen wir uns in 14 Tagen auch wieder treffen. Es wurde daran erinnert, dass in früheren Jahren einmal Bedenken gegen Bielefeld als Treffpunkt bestanden hatten, weil die Lugravtreffen lange gewissermaßen eine Veranstaltung der Volkshochschule Ravensberg waren und deshalb in deren Zuständigkeitsgebiet stattfinden sollten. Die Räumlichkeiten im Möllerstift bieten sich mit dem Netzanschluss förmlich an. Jürgen kann auch nach entsprechender Voranmeldung einen Klassenraum in Theesen mit Rechnern und Netzanschluss "organisieren" . 2)Thematischer Hauptpunkt des Abends war ein Vortrag von Eric über Ubuntu. Diese Distribution baut auf Debian auf, das doch nach Erics Auffassung einige Schwächen aufweise wie das Fehlen aktueller Pakete und von Sicherheitsupdates. Auch unter diesem Gesichtspunkt sei er von Ubuntu begeistert gewesen. Der Distributionsname stammt aus der Zulusprache und bedeutet Menschlichkeit oder auch so etwas wie Gastfreundschaft. Über die programmatischen Forderungen, die Debian an Softwareauswahl gestellt hat, geht Ubuntu noch in 2 Punkten hinaus: es verlangt, dass Programme in der jeweiligen Muttersprache zugänglich sein müssen und dass sie auch von Behinderten bedient werden können. Eine neue Ubuntu-Version erscheint alle 6 Monate, darüber hinaus werden regelmäßig Sicherheitsupdates veröffentlicht. Die Installation ist einfach: in etwa 10 Minuten seien einige wenige Fragen zu beantworten, selbst mit einem 400-MHz-Rechner habe die Installation lediglich etwa 30 Minuten gedauert. Man könne nach der Installation sehr leicht in einen Chat eintreten, falls man noch Fragen habe, und dabei sei es leicht, auch mit Entwicklern in Verbindung zu treten. Der Umgangston im Chat zu diesen Fragen sei angenehm und höflich. Auf der Webseite werbe Ubuntu für die Werte Respekt voreinander und Hilfsbereitschaft und fordere diejenigen, die die Ubuntugemeinschaft verließen, auf, ihre ihnen zugewachsene Verantwortung weiterzugeben. Installationsprobleme könne es lediglich bei einigen neueren Notebooks geben. In diesem Zusammenhang kam es in der Gruppe zu einer Diskussion über die Effekte von Ubuntu und anderen Distributionen auf Debian. Einige Entwicklungen fließen von Ubuntu zu Debian zurück. Vergleichbares habe sich auch im Verhältnis von Knoppix und Debian abgespielt: Zwar habe es bei Debian Stimmen gegeben, die sich dagegen ausgesprochen hätten, die lange Zeit vergleichsweise überlegene Hardwareerkennung von Knoppix einfach zu übernehmen, weil man die eigenen diesbezüglichen Skripte lieber überarbeiten wollte, doch war die Auffassung in der Runde so, dass dies vor allem unter dem Druck der Existenz von Knoppix geschehen sei, Mittlerweile gebe es in Debian ein Hotplug, das die vorhandenen Busarchitekturen abscanne und so auch Hardwareänderungen erkennen könne. Eric berichtete, laut Webseite nehme Ubuntu einen Sid-Schnappschuss und baue darauf die eigene Entwicklung auf. Personell gebe es Überschneidungen in den Entwicklerteams von Ubuntu und Debian, wobei manche Entwickler sich auf Ubuntu konzentrierten. Diskutiert wurde über die Frage, ob so Ubuntu nicht die Entwicklung von Debian bremse und welche Motive es für den finanzierenden südafrikanischen Multimillionär geben könne, ein eigenes Projekt aufzuziehen anstatt in den Strukturen von Debian tätig zu werden. Ubuntu übernehme Pakete von Debian und nehme daran manchmal kleine Veränderungen vor, was dann zu der Frage führe, ob dies dann noch in die Paketverantwortung von Debian fallen könne und wie die Weiterentwicklung bei Ubuntu auch namentlich kenntlich gemacht werden könne. Ian Murdoch, der Begründer und Mit-Namensgeber von Debian, sei der Auffassung, Ubuntu sei negativ für Debian. Die Pakete seien manchmal auf der jeweils anderen Distribution nicht mehr lauffähig. Es wurde die Frage gestellt, ob bei entsprechender Bündelung der Entwickleraktivitäten beider Seiten nicht schon eine stabile, releasefertige Version von Sarge vorliegen könne. Immer wieder seien , so Peter, Versuche unternommen worden, auf der Basis von Debian kommerzielle Distributionen einzuführen. Nach einer anfänglichen Phase der Begeisterung sei es dann jedoch bald zu einer Desillusionierung der Anwendergemeinde gekommen, die der Projektleitung vorgeworfen habe , sowieso ihren eigenen Interessen zu dienen, und so seien solche Projekte immer wieder einmal im Sande verlaufen. Im Falle von Ubuntu hofft man wohl, langfristig durch Support finanziell unabhängig und überlebensfähig werden zu können. Insgesamt ist Ubuntu "schlanker" als Debian und somit für Anfänger sicher gut geeignet. Vielen Dank , Eric , für den Vortrag! 2)Frank berichtete, dass bald erste Rechner mit Trusted-Computing-Chips auf den Markt kämen. Inwieweit damit eine Individualisierbarkeit und letzten Endes auch Überwachbarkeit von Rechnern eintrete, hänge sicher von der weiteren Entwicklung ab. Rüdiger Weiß vom CCC habe aus kryptographischer Sicht auf Spezifikationen gedrungen, die ein Überschreiben der Schlüssel auf Trusted-Computing-Chips ermöglichten. Kurz kam dann noch die Rede auf Kanutix als andere Debian-basierte Distribution. 3)In der Fragerunde ging es darum, wie man den Speicherbedarf von Bibliotheken zur Laufzeit feststellen könne( Peter ) ,Thomas nannte hier als ein Tool lsof, das, wie gewohnt, eine Fülle von Optionen bietet und eine Liste der geöffneten Files zeigt. Die Fülle an möglichen Einstellungen reiche aber nicht an die eines Programmes wie transcode heran. Kurz wurde über das Speichermanagement des Linuxkernels gesprochen, der bei vollem Speicher zufällig Prozesse "abschieße", um sich wieder in den Besitz von Speicher zu bringen. Gegen Einde wurde noch einmal, anknüpfend an Erics Vortrag, darauf hingewiesen, dass Ubuntu gnome- und Kubuntu KDE-basiert sei. Ich hoffe, das war das Wichtigste! Kommentare und Korrekturen sind wie immer willkommen! Viele Grüße, bis bald! Ulrich