Hallo Tuxe, im Folgenden kurz das Wichtigste vom Treffen am 7. 4. 2005 im Heimathaus Steinhagen: 1. Neue Besucher waren nicht zu begrüßen, die "Anwesenheitsliste" in geänderter Form wurde herumgereicht mit der Möglichkeit, dass "Stammgäste" einfach hinter ihrem Namen unterschreiben können, ohne jeweils erneut ihre Personalien einzugeben. 2. Das nächste Treffen in 14 Tagen soll in der Alten Dorfschule in Brockhagen stattfinden. Bei dieser Gelegenheit könnte ein neuer Versuch unternommen werden, mit dem WLAN-Anschluss von Gerhard über Linksys in Kontakt zu kommen. Im Prinzip hatte es ja bereits einmal geklappt. 3.Als nächster Punkt wurden offene Fragen angesprochen. Jürgen Leibner wies darauf hin, dass seine auf der Liste gepostete Frage nach dem Zusammenspiel von IPCop und ndiswrapper dort unbeantwortet geblieben sei, was er so interpretiere, dass die Zahl derer, die sich dazu fundiert äußern könnten, doch sehr begrenzt sei. Frank Matthieß berichtete über seinen Versuch, nunmehr mit seinen Nachbarn ein Funknetz aufzubauen. Bisher sind die ersten Versuche wohl erfolglos geblieben. In der Runde kam es zu einer Diskussion darüber, in welcher Form Antennen und Antennenkabel zusammenspielen müssen, um sowohl befriedigende Sende- wie Empfangsergebnisse für ein WLAN-Netz zu bekommen. Unter anderem wurde die Vermutung geäußert, die Kabellänge müsse "stimmen" , um interne Signalreflexionen innerhalb des Kabels zu verhindern. Dem wurde aber widersprochen und darauf verwiesen, dass die Impedanz des Kabels an der Antenne wichtiger sei und dass man diese durchaus mit "Bordmitteln" messen könne. Frank berichtete, dass seine neu erworbene Antenne, die er auf dem Boden montieren wolle, 1,20 lang sei und angeblich eine Reichweite von 800 m habe. Bei ersten Versuchen am Vortage habe er seinen etwa 300 m entfernt wohnenden Nachbarn darüber aber nicht erreichen können. Im Kreis wurde auch auf die Bedeutung der Sendeleistung verwiesen, die eine Funktion der zum Einsatz kommenden Sendefrequenz sein könne. Konkret heiße das, dass man u. U. den Sendekanal wechseln müsse, um zum Erfolg zu kommen. Auch wurde der Vorschlag gemacht, das Sende- und Empfangsverhalten im Verbund dadurch zu verbessern, dass man eine leistungsstarke Zentralantenne als Rundumstrahler und Richtantennen am Ende der Verbindung einsetze. Der Vorschlag, Verstärker zu nutzen, sei einem registrierten Funkamateur zwar möglich und für einen solchen auch realisierbar, stoße aber sonst an rechtliche Grenzen. Insgesamt seien solche Probleme im Einzelnen durchaus komplex, hieß es in der Runde. Man sei in dem aktuell gegebenen Rahmen kaum in der Lage, das Knowhow studierter HF-Techniker zu ersetzen, und selbst dortkomme es immer wieder in erheblichem Maße zum Einsatz informellen Wissens und Erfahrung, wie das Beispiel verschiedener Richtfunkstrechen zwischen dem alten Westberlin und der alten BRD in der Vergangenheit gezeigt habe. 4. Auf Nachfrage berichtete Thomas Scholz, dass der Selbstbaubeamer derzeit noch auseinandergebaut sei und er noch keine Zeit gefunden habe, sich damit weiter zu beschäftigen. 5. Patrick übermittelte Grüße von Jorge dos Santos und äußerte den Wunsch, bei einem der nächsten Treffen über die Arbeit der Junior-Lugrav zu berichten, die sich in fast regelmäßigen 14-tägigen Abständen im Jugendzentrum am Kleekamp treffe. Achim machte den Vorschlag, die Termine dieser Treffen doch ins CMS der Lugrav aufzunehmen. Mit der apparativen Ausstattung eigne sich das Jugendzentrum auch gut für einen Wochenendkurs. So wurde angeregt, einen Fortgeschrittenenkurs für Vim mit Sven Guckes dort abzuhalten und die Teilnehmerzahl auf 8 bis maximal 10 Leute zu begrenzen. Allein unter den Anwesenden fanden sich spontan 5 Interessenten, sodass es leicht möglich sein sollte, die notwendige Anzahl zusammenzubekommen. Mit einem solchen Teilnehmerkreis müsse es auch möglich sein , Sven Guckes' Anreise und Aufenthalt hier zu finanzieren, wobei die Übernachtungsmöglichkeiten sicher ohnehin kein Problem seien. In der Gruppe wurde die Vermutung und Hoffnung geäußert, dass Sven durchaus wohl kommen würde. 6. In Fortsetzung der bei einem der vorigen Treffen bereits begonnenen Rubrik "Interessante Befehle" stellte Achim kurz das Kommando sudo vor. Aus dem Kreis der Anwesenden heraus wurde ergänzt, dass die Rechtevergabe in der Datei /etc/sudoers geregelt werde, die man tunlichst mit dem eigens dafür geschaffenen Tool visudo editieren solle. Das Kommando sudo könne sich Passwörter etwa 2 Minuten lang merken. Führe man administrative Arbeiten am System durch, so könne man von der Tatsache profitieren, dass sudo-Befehle im syslog landen, und sei so in der Lage, wieder zu rekonstruieren, was man gemacht habe. sudo sh oder sudo -s ist identisch mit root-Rechten. Auch wurde darüber gesprochen, ob es möglich sei, root praktisch abzuschaffen, indem man die uid 0 einem Anderen zuordne. Zur Protokollierung von Terminaleingaben kann auch das Kommando script verwendet werden. 7. Frank berichtete an einem Beispiel aus der eigenen Familie, dass es durchaus möglich ist, in und während der Ausbildung in einem Unternehmen für freie Software zu sensibilisieren und darauf zu verweisen, welche Möglichkeiten sich hier auch im Vergleich zu Produkten aus der Windows-Welt ergäben. Das vielfach aus dieser ( der MS-) Ecke vorgetragene Argument, für mit freier Software entstandene Produkte gebe es keinen Support, sei in den meisten Fällen nicht richtig. Außerdem gebe es auch Gegenbeispiele mit Windows-Produkten. Jürgen berichtete von leidvollen eigenen Erfahrungen mit einem renommierten Softwarehaus, dass in seiner Firma wohl die Steuerübermittlungssoftware Elster eingeführt habe, was letztlich zu einer langen Kette von Problemen, dem "Abrauchen" eines Rechners, Wochen Zeitverlust, Administrationsproblemen und zu der Notwendigkeit geführt habe, dieser einen Anwendung um der Netzsicherheit willen einen eigenen Rechner zu spendieren. In der Runde wurde darüber berichtet, dass es Linuxnutzern durchaus möglich sei, auf Antrag wegen des Fehlens einer linuxkompatiblen Übermittlungsmöglichkeit die Steuererklärung in Papierform abzugeben. Allerdings tue sich auch hier etwas, Dr. Peter Gerwinski in Essen habe es erreicht, dass nach anfänglicher Weigerung der entsprechenden Firma auf sein Drängen hin die Schnittstellen und Spezifikationen von Elster ihm kurz vor Weihnachten 2004 übermittelt worden seien. Wegen des großen Drucks sei nun damit zu rechnen, dass bald, vielleicht schon in etwa einem halben Jahr, eine Lösung unter Linux vorliege. Eine andere Übermittlungssoftware namens Winston werde auch derzeit nach Linux portiert, über den Fortgang dieser Bemühungen könne man sich bei www.failfree.de erkundigen. 8.Ein weiteres Beispiel für praxistaugliche Software unter Linux als Alternative zu MS-basierenden Produkten sei LXOffice als Beispiel für EAP-Software für kleine und mittlere Firmen. Stefan Hegner teste LXOffice und gebe immer wieder Anregungen für den Entwicklerkreis , der von LXOffice inzwischen leben könne. Er ( Stefan ) behaupte, der Software fehlten noch etwa 5% zur vollen Praxistauglichkeit. Bei diesem Paket, das man sich als tarfile herunterladen könne, handelt es sich um einen Ableger einer kanadischen Entwicklung, die sich aus naheliegenden Gründen nicht um die besonderen Spezifika des deutschen Steuerrechts kümmern konnte. Das Formularwesen in LXOffice arbeite auf der einen Seite auf LaTeX-Basis, es gebe aber auch eine Formulargenerierungsmöglichkeit auf HTML-Basis. 9. Abschließend wurde auf eine Frage hin darauf verwiesen, dass man gezippte Files mit unzip oder gunzip und nicht mit arch extrahieren solle. So, ich hoffe, das war das Wesentliche. Anmerkungen, Korrekturen und dergleichen sind wie immer willkommen. Tschüß, bis bald! Ulrich Rieke